Der König der Ewigkeit


Am Christkönigsfest, das 1925 eingeführt wurde, rückt die Bedeutung der Rede vom Reich Gottes, vom König, dessen Reich nicht von dieser Welt ist, in den Mittelpunkt. Mit dem Königtum wurde von altersher ein besonderes Ideal verbunden: Ein Fürst, der Gerechtigkeit herstellen und den Frieden erhalten soll; der das Wohl seines Volkes im Blick hat, ihm Schutz und Schirm ist. Dieses Königtum wurde idealiter als Erweiterung des Haushaltsvorstands früherer Zeiten gesehen, des Patrifamilias, der Gewalt über seine Familie hatte, aber auch eine umfassende Sorgepflicht.

Nicht umsonst unterscheidet Thomas von Aquin in seinem fragmentarisch erhaltenen Werk „De regimine principum“ zwischen der Alleinherrschaft des Tyrannen, welche die schlimmste aller Herrschaftsformen sei, da einer alle zu seinem Vorteil auspresse, und der Alleinherrschaft des Königs, welche die beste aller Herrschaftsformen sei. Jemand, der selbst eins sei, könne leichter die notwendige Einigkeit für den Frieden verwirklichen, so der Aquinat.

Springen wir in der Zeit wieder zurück, so finden wir das Ideal des Königs auch in der Bibel, genauso wie die trockene Feststellung, dass reale Könige oft nicht entsprochen haben. Die Geschichtsbücher des Alten Testaments legen hier beredtes Zeugnis ab. Auch im Neuen Testament setzt sich dieser Gedanke fort. Jesus selbst spricht immer wieder vom Reich Gottes und nennt im Johannes-Evangelium dieses ein Königtum: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.“ Der Begriff des Königs wird in mehreren Gleichnissen als Chiffre für Gott benutzt, der ja im Alten Testament ebenfalls häufig als König angesprochen wird.

Auch im 1. Brief des Apostel Paulus an Timotheus wird Gott als König angesprochen: „Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, einzigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen.“ Und später: „Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel, bis zum Erscheinen Jesu Christi, unseres Herrn, das zur vorherbestimmten Zeit herbeiführen wird der selige und einzige Herrscher, / der König der Könige und Herr der Herren, der allein die Unsterblichkeit besitzt, / der in unzugänglichem Licht wohnt, / den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag: / Ihm gebührt Ehre und ewige Macht. Amen.“

Während irdische Machthaber sich selbst von der Antike bis in die Gegenwart vergöttlichen und eine scheinbare Einheit von Ordnung der Welt und Ordnung der Politik herstellen wollen, drehen es Judentum und Christentum um: Über jedem Machthaber steht eine höhere Gewalt, vor der er sich verantworten muss. Und diese höhere Gewalt ist es auch, die dem Machthaber Vorbild und Mahnung sein soll. So wird es bereits im Buch Deuteronomium deutlich gemacht, so zieht es sich durch die Heilige Schrift.

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