Nordkorea im Machtkampf


Wer hat in Nordkorea wirklich das Sagen? Eine gute Frage, die Yuriko Koike, frühere japanische Verteidigungsministerin, in einem interessanten Essay beleuchtet.

Sie streicht besonders hervor, wie die Hinrichtung von Chang Sŏngt’aek und vieler seiner tatsächlichen oder vermutlichen Verbündeten die wirtschaftliche Situation des Landes weiter verschlechtern wird. Wertvolle Beziehungen zu China und Know-How wurden vernichtet. Die neuen Verantwortlichen für die Wirtschaftspolitik sollten sich bereits auf weitere Säuberungswellen gefasst machen, mit denen das Regime vermeintliche Schuldige für die missliche Lage suchen wird. Durchaus möglich, dass das jetzige Regime auf Grund mangelnder Ressourcen gefährlicher und gefährdeter ist, als allgemein angenommen.

Die dramatischen Säuberungen im innersten Kreis unterminieren die Stabilität, die auch eine Diktatur benötigt, um dauerhaft funktionieren zu können. Ein Umstand, der gerade bei China gut zu beobachten ist. Ob Koikes Vermutung über die Macht Kim Kyŏnghŭis – Kim Chŏngŭns Tante und offenbar schon länger getrennt lebende Ehefrau des Hingerichteten – richtig ist, weiß ich natürlich nicht. Ein Kommentator weist zurecht daraufhin, dass es in der Geschichte immer wieder junge, machtbewußte Autokraten gab, die gerade durch solche Gewalttaten wie die jüngsten Hinrichtungen in Nordkorea ihre Position festigen wollen. Aber von diesem Detail abgesehen, bedenkenswert.

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