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Basilius und Gregor


Am 2. Jänner wird im Heiligenkalender zwei der drei großen kappadozischen Kirchenväter gedacht: Des hl. Basilius des Großen (* ~ 330 † 379) und seines Studienfreundes, des hl. Gregor von Nazianz (* ~ 329 †. 390). Basilius’ Bruder Gregor von Nyssa wird erst am 10. Jänner gefeiert.

Basilius entstammte einer bereits traditionell christlichen Familie: seine Eltern waren der hl. Basilius der Ältere, ein berühmter Rhethoriker und Rechtsanwalt, und die hl. Emmelia. Seine Großeltern hatten unter den Christenverfolgungen des Diokletian gelitten. Er selbst erhielt eine fundierte klassische Ausbildung, studierte eine Zeit auch in Athen, wo er Gregor von Nazianz und den späteren Kaiser Julian Apostata kennenlernte. Gregor wiederum war der Sohn des hl. Gregor des Älteren, eines zum Christentum konvertierten früheren Juden, der später Bischof von Nazianz geworden war. Wie Basilius war auch er hochgebildet, ebenso belesen in klassischer, heidnischer Literatur wie in der heiligen Schrift.

Gemeinsam entschlossen sie sich, statt eine Laufbahn als Beamter, Anwalt etc. einzuschlagen, sich ganz Christus hinzuwenden. Basilius gründete ein Kloster und verfaßte eine bis heute wirkmächtige Ordensregel. Doch beide, Gregor und Basilius, mussten bald ihr Klosterleben gegen die Arbeit als Missionar und Prediger, als Organisator der lokalen Kirche und als engagiert argumentierender Theologe eintauschen: Durch den Arianismus war die Kirche in eine schwere Krise gestürzt worden, und gerade unter den Mächtigen in der östlichen Hälfte des Römischen Reichs gab es viele Sympathisanten der Idee, statt der nicänischen Dreifaltigkeit einen von Gott verschiedenen, geschaffenen Jesus anzunehmen.

Gregor etwa ging eine Zeit lang nach Konstantinopel, wo sich der Kaiserhof dem Arianismus verschrieben hatte, und betreute die kleine konzilstreue Gemeinde, die durch sein Wirken aber rasch anwuchs; man sagt, er habe praktisch Konstantinopel bekehrt. Basilius gründete Gemeinschaften, die wie ein Sauerteig in der Kirche wirken sollten, reformierte die Liturgie, bekämpfte Mißstände, gründete Spitäler, Armenhäuser. Interessant auch seine wiederholten Bitte an den Papst, in Streitigkeiten der Kirche in Kleinasien und Syrien einzugreifen; der mangelnde Erfolg seiner Interventionen führte allerdings bald zu bitteren Briefen, in denen er sich über die Positionen Roms beklagte. Ein frühes Zeugnis der Bedeutung des Papsttums in der Kirche, aber auch der Spannungen, die selbst unter den frömmsten herrschen können.

Gregor von Nazianz war auch ein hervorragender Redner. So sind einige seiner Reden bis heute überliefert – und z.B. in der Bibliothek der Kirchenväter auch in deutscher Übersetzung zu lesen. Überraschend modern, oder besser gesagt: Zeitlos.

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