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Die Angst der erwachsenen Einzelkinder?


„Der Druck, den junge Menschen heute verspüren, wenn sie an Kinder denken, die sie noch gar nicht haben, ruht entweder auf Absurditäten wie diesen oder auf Missverständnissen, die sich aus ihnen ergeben“, meint Stefan Schulz in der FAZ, und ruft zu einem entspannteren Zugang zur Familiengründung auf.

Schulz überspitzt in seinem Essay, doch er trifft einen Punkt. Zur mangelnden Wertschätzung von Familien auf der Seiten gehören zum Teil völlig überspannte Vorstellungen davon, was Eltern leisten sollen. Diese Vorstellungen werden allerdings in Zeitschriften, Filmen und Essays munter transportiert und lassen viele vor Versagensangst bereits im Anlauf scheitern.

Das ist übrigens einer der Gründe, warum einem nur zu raten ist, einem Einzelkind ein zweites folgen zu lassen. Schulz beschreibt so schön, wie Eltern in der Regel vernünftiger und erdverbundener werden, wenn die Kinder einmal heranwachsen. Das setzt sich dann mit einem vielfach beobachteten entspannteren Zugang beim zweiten, dritten etc. Kind fort. Michael Prüller, achtfacher Vater und Pressesprecher der Erzdiözese Wien, könnte dazu einiges beitragen.

Dazu passt auch gleich eine Meldung im ORF, dass Einzelkinder häufiger kinderlos bleiben und mit Ehe und Familie weniger anfangen können. Das Letztere wird mit „liberale Einstellung“ umschrieben. Natürlich — aber das gilt ja eigentlich immer — trifft die Tendenz nicht auf alle Personen zu. Diese Tendenz selbst verwundert aber wenig. Umso mehr Kinder in der Familie, umso geringer sind die vorhandenen Ressourcen pro Person, doch umso größer und vielfältiger sind die familiären Bindungen, die von Einzelkindern mit kleiner Verwandtschaft so nicht erlebt und daher auch nicht geschätzt werden. Das wird auch in der vom ORF zitierten Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung beschrieben.

Da stellt sich ein wenig die Frage, ob die hohen Ansprüche, die von außen und innen an präsumptive Eltern gestellt werden, nicht auch mit den zahlreichen Einzelkindern zusammenhängen, die ja selbst in der Regel eine besonders intensive Zuwendung erlebt haben.

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