Raus aus den Stöckelschuhen!


Einmal ein seichtes Thema. Zumindest geht es nicht in die Tiefe, höchstens in die Höhe. Die Rede ist von den Stöckelschuhen, derer sich Emma Thompson vor zwei Wochen bei den Golden Globes so medienwirksam entledigt hat, um die Frage zu beantworten, warum Frauen laut Christopher Hitchens nicht lustig sein können: „Die kurze Antwort ist, weil wir diese verdammten Stöckelschuhe tragen! Man kann nicht lustig sein, wenn einem die Füße wehtun.“

Die britische Kolumnistin und Buchautorin Cristina Odone gibt ihr Schützenhilfe: „Ich weigere mich, unter dem Stöckelschuh zu leben.“ Und sie hat recht. Nicht, dass ich irgendjemandem das Tragen von Stöckelschuhen madig machen will. Sie können auf eine große Geschichte zurückblicken: König Ludwig XIV. liebte sie, Prinz Eugen ließ sich mit ihnen portraitieren.

Aber sie taugen nur in Situationen, in denen man gar keine Schuhe braucht. Sobald man länger geht oder steht, rächt sich die Entscheidung bald bitter. Mit etwas Glück ruiniert man mit Bleistiftabsätzen auch noch den Fußboden.

Diese mangelnde Alltagstauglichkeit ist ja einer der Gründe, warum Stöckelschuhe mit hohem Absatz überhaupt so sehr in Mode kommen konnten. Mode, in der es ja im wesentlichen um Statussignale geht.

Denn die Schuhe mit den hohen Absätzen waren einmal ein Zeichen, dass man keiner Arbeit nachgehen musste, für die Stöckelschuhe nun einmal ungeeignet sind. Da heute aber viele Menschen in Büros arbeiten, wirkt dieses Statussignal ohnehin nicht mehr.

Und da kommt Odone ins Spiel: Es gibt heute nämlich gar keinen Grund mehr, sich von irgendwelchen High-Heel-Fetischistinnen nötigen zu lassen, in Schuh-Fragmenten mit 12-Zentimeter-Absatz dahinzuleiden. Schönheit muss leiden, heißt es, aber die wenigsten High Heels sind meiner bescheidenen Meinung nach schön. Also wofür dann das Ganze? Wer will, soll ruhig, aber lasst die anderen damit in Ruhe.

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