Adam, der Archetyp des Menschen


Am ersten Sonntag der Fastenzeit steht diesmal der große Gegensatz zwischem dem (alten) Menschen, der sich versuchen lässt und gegen Gott entscheidet, und Jesus im Mittelpunkt, der zwar Sohn des Menschen ist, aber eben nicht den Versuchungen nachgibt, sondern unbeirrt bleibt.

Adam heißt ja nichts anderes als Mensch; er ist der Archetyp des Menschen. Und das Essen vom Baum der Erkenntnis ist ja in vielerlei Hinsicht Sinnbild für uns Menschen. Wie wir unser Glück — hier das Paradies! — kurzfristiger Befriedigung opfern. Wie wir uns immer wieder selbst anmaßen, Gott sein zu wollen — das verspricht ja die Schlange –, und damit Unheil in der Welt anrichten. Es ist auch ein Text über den Preis der Kultur: Mit der Erkenntnis von Gut und Böse gewinnt der Mensch zwar moralische Fähigkeit, verliert aber gerade dadurch seine Unschuld. Modern angehaucht könnte man sagen: Der Mensch lebt nicht mehr einfach als ein Teil der Natur, sondern als ihr Gegenüber. Damit wird er „gottähnlicher“, doch ist auch größeren Gefahren ausgesetzt und hat ein ausgeprägtes Potential zum Bösen. (siehe den Paradies-Artikel bei bibelwissenschaft.de

Jesus lässt sich nicht verführen. Mehr noch, wie es im Antwortpsalm heißt: Er wäscht unsere Schuld ab, macht uns rein von unserer Sünde. Entsprechend schreibt Paulus im Römerbrief:

Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod, und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten. […] Ist durch die Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen, so werden erst recht alle, denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit reichlich zuteil wurde, leben und herrschen durch den einen, Jesus Christus. Wie es also durch die Übertretung eines einzigen für alle Menschen zur Verurteilung kam, so wird es auch durch die gerechte Tat eines einzigen für alle Menschen zur Gerechtsprechung kommen, die Leben gibt. Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.

Das ist eigentlich das Geheimnis von Ostern: Durch den Gehorsam und Tod Christi wird das Leben in Fülle geschenkt.

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