Startseite » Glaube & Geist » Verklärung: Wenn zwei oder drei Zeugnis geben, hat jedes Wort Bestand.

Verklärung: Wenn zwei oder drei Zeugnis geben, hat jedes Wort Bestand.


An diesem Zweiten Sonntag der Fastenzeit wird im Evangelium der Verklärung Christi am Berg Tabor gedacht: Mose und Elija begegnen Jesus, und die drei anwesenden Apostel Petrus, Jakobus und Johannes sind vor allem ratlos. Die Verklärung fand vielleicht zum Laubhüttenfest (Sukkot) statt — daher vielleicht auch der Hinweis Petri auf das Bauen der Hütten.

Ein passender Text zur Fastenzeit: Die Apostel erhalten bereits während der Verkündigung ein deutliches Zeichen der heilsgeschichtlichen Rolle Jesu, doch erst nach Passion und Auferstehung können sie es richtig deuten. Auch wir können vieles nur mit und von Ostern her verstehen, was uns in den Fastenzeiten unseres Lebens geschieht.

Papst Leo der Große hat in einer Predigt sieht die Verklärung vor allem als Stärkung des Glaubens:

„Bei dieser Verklärung handelte es sich in erster Linie darum, aus den Herzen der Jünger das Ärgernis zu entfernen, das sie an seinem Kreuze nahmen. Auch sollte die Unterwürfigkeit, mit der er sein freiwilliges Leiden auf sich nahm, die nicht in ihrem Glauben wankend machen, denen er seine verborgene Hoheit und Würde geoffenbart hätte, zeigte sich Jesus aber auch ebenso dafür besorgt, die Hoffnung seiner heiligen Kirche auf sicheren Grund zu stellen, damit der ganze Leib Christi wüsste, welche Umgestaltung seiner wartet, und all seine Glieder fest darauf bauten, dass sie der Glorie teilhaftig würden, die bereits im voraus an ihrem Haupte zutage getreten sei. […] “

„Um die Apostel zu stärken und sie über alles aufzuklären, wurden sie bei jenem Wunder auch noch von anderer Seite belehrt. Es erschienen nämlich Moses und Elias, das heißt das Gesetz und die Propheten, und redeten mit Christus. So bewahrheitete sich also in der Gegenwart jener fünf Männer der Ausspruch: ‚Wenn zwei oder drei Zeugnis geben, hat jedes Wort Bestand.‘ Was wäre denn dauernder und bleibender als eben dieses ‚Göttliche Wort‘, bei dessen Verkündigung die Posaunen des Alten und des Neuen Testamentes harmonisch zusammenklingen und sich die Zeugnisse des Alten Bundes mit der Lehre des Evangeliums decken? Sind sich doch die Schriften beider Testamente gegenseitig eine Stütze. Er, der durch Vorbilder unter dem Schleier verschiedener Geheimnisse verheißen war, zeigte sich jetzt klar und deutlich bei seiner glorreichen Verklärung. ‚Das Gesetz‘, sagt der selige Johannes ‚wurde durch Moses gegeben, die Gnade und die Wahrheit aber ist durch Christus geworden‘. In Christus also ging in Erfüllung, was die Vorbilder der Propheten verheißen und die Vorschriften des Gesetzes beabsichtigt hatten: Durch seine Gegenwart bestätigt er die Richtigkeit der Weissagungen und durch seine Gnade ermöglicht er die Befolgung der Gebote.“

Wie einfach sich bei Leo alles zusammenfügt: Durch Gesetz und Propheten leuchtet uns schon der entgegen, der am Berg Tabor selbst verklärt wurde.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s