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21.3.: Welt-Down-Syndrom-Tag


Der 21. März wurde 2006 zum Welttag für Menschen mit Trisomie 21 ausgerufen, oder auch Welt-Down-Syndrom-Tag. Menschen mit Down-Syndrom besitzen das 21. Chromosom dreifach statt doppelt, da war dieses Datum naheliegt.

In Österreich wird es an zahlreichen Orten Aktionen geben, von einem Ponyhof-Treffen in Salzburg über Info-Stände über gemeinsames Photographieren in einem Wiener Studio bis zu Messen, die von Menschen mit Down-Syndrom gestaltet werden.

Man trifft heute allerdings nur selten Menschen mit Down-Syndrom, weil sie gnadenlos ausselektiert werden. Der entsprechende Test gehört in Österreich zu den vorgesehenen Untersuchungen in der Schwangerschaft; ein positiver Test soll planmäßig zur Beseitigung des getesten Menschen führen. Dabei werden übrigens — wie schon ein Grundkurs in Statistik nahelegt — auch viele Menschen ohne Down-Syndrom „positiv“ getestet. Da sie nachher ohnehin tot sind, fällt das nicht weiter auf.

An diesem Welt-Down-Syndrom-Tag denke ich daher auch an die mutigen Eltern, die trotz aller Bedrängung durch Staat und Gesellschaft zu ihrem Kind stehen. Zu Kindern, die viel Potential haben, wie ein kleiner Überblick beim Verein „Down-Syndrom Österreich“ zeigt.

Dieses Potential muss freilich gehoben werden, wie es auf dieser Website auch so schön heißt: „Die Entwicklung eines Kindes mit Down-Syndrom verläuft insgesamt langsamer — gemütlicher — als die seiner Altersgenossen.“ Es gibt leider auch eine höhere Gefahr, bestimmte Krankheiten zu haben. Ersteres ist in den frühen Lebensjahren aber noch weit weniger deutlich, so dass die Kinder im Kindergarten wie selbstverständlich dazugehören; mit geeigneter Förderung werden auch Lesen, Schreiben, Rechnen im Volksschulalter gemeistert. Zweiteres ist heute meist gut zu behandeln.

In früheren Jahrhunderten war die „Inklusion“ betroffener Menschen am Land wohl selbstverständlich, es gab genug Arbeiten für sie zu tun. Man findet ihre Spuren in Gemälden und in Geschichten. Auf Grund des höheren Krankheitsrisikos haben freilich viele Menschen mit Down-Syndrom nicht lange gelebt: „Früher starben 75% der Patienten vor der Pubertät und 90% vor dem Erreichen des 25. Lebensjahres“.

Und, um kein allzu rosigen Bild zu zeichnen: Menschen mit schwerwiegenden Behinderungen wurden z.B. in der frühen Neuzeit mitunter sehr schlecht behandelt. Luther schlug etwa vor, „Wechselbälger“ gleich zu ertränken, weil sie ohnehin nur eine Masse Fleisch seien. Das traf kaum Kinder mit Down-Syndrom; doch genügend andere.

Die Menschen früherer Jahrhunderte haben freilich als Entschuldigung, dass sie die Umstände und Hintergründe der Behinderungen nicht gekannt, über Behandlungen und Förderungen nichts gewusst haben. Diese Ausrede gilt heute nicht mehr.

Der Welt-Down-Syndrom-Tag ist eine gute Gelegenheit, seine a-priori-Annahmen zu überdenken, und Menschen mit Down-Syndrom mit offenem Herzen, offener Hand zu begegnen.

Ach ja: Wer will, kann auch grelle, geringelte Socken zum Welt-Down-Syndrom-Tag tragen. Ein leuchtendes Zeichen der Lebensfreude.

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