Schule: Heinisch-Hosek spart ohne Konzept


Jetzt wird also im österreichischen Schulwesen wieder einmal eingespart. In den Werkstätten in Höheren technischen Lehranstalten werden nun bei gleicher Gerätezahl mehr Schüler unterrichtet. Die Teilung großer Klassen etwa in Deutsch oder Englisch wird in den BMHS der Vergangenheit angehören. Bei der Neuen Mittelschule wird der doppelt besetzte Unterricht reduziert.

Schon das neue Lehrerbildungs- und -dienstrecht diente neben dem Fokus auf die Gesamtschule der 10- bis 14jährigen der Kostenreduktion. Die sogenannte „Neue Mittelschule“ wurde außerdem bislang vor allem dadurch verbreitet, dass man den Bundesländern zusätzliche Finanzmittel und mehr Person für NMS-Standorte in Aussicht gestellt hat. Angesichts klammer Budgets war klar, dass diese Praxis nicht fortgeführt werden kann bzw. nur auf Kosten anderer Schulen.

Unter allen, was die Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek in ihrer kurzen Amtszeit bereits an seltsamen bis katastrophalen Entscheidungen gefällt hat — siehe z.B. Datenleckaffäre –, ist diese Sparwelle aber keineswegs die schlimmste. Denn in der Wissenschaft ist heftig umstritten, ob marginal kleinere Klassen einen positiven Effekt auf die Lernleistung haben.

Die Schlagseite der Maßnahmen ist jedoch seltsam, denn gerade den berufsbildenden Schulen wird eine besondere Last aufgebürdet. Dabei sind sie ein wesentlicher Faktor der niedrigen Jugendarbeitslosigkeit in Österreich und auch international anerkannt. Anscheinend sieht man hier noch Platz für den Abstieg. Die größeren Werkstattgruppen sind besondere Chuzpe, geht es hier doch um die Kernkompetenz der betroffenen Schulen.

Man muss der Gewerkschaft auch Recht geben, wenn sie das angekündigte „Sparen in der Verwaltung“ als Drohung empfinden. Erfahrungsgemäß wird dann nämlich nicht am überbordenden Berichtswesen der Schulen gespart, oder an den gut besetzten höheren Verwaltungsebenen, sondern beim Unterstützungspersonal für die Schulen. Klar: Sparen in der höheren Verwaltung würde in der Regel ein Konzept erfordern. Einfach Posten nicht nachzubesetzen, das erfordert keines. Und jeder Minister kann ja hoffen, dass er nicht mehr im Amt ist, wenn die Auswirkungen dieses Handelns manifest werden.

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