Heil’ges Kreuz, sei hoch verehret


Kreuzabnahme Christi, Codex Egberti, Fol. 85v

Kreuzabnahme Christi, Codex Egberti, Fol. 85v

  1. Heilges Kreuz, sei hoch verehret,
    Baum, an dem der Heiland hing,
    wo sich seine Lieb’ bewähret,
    Lieb’, die bis zum Tode ging.
    R. Sei mit Mund und Herz verehret,
    Kreuzstamm Christi, meines Herrn.
    Einstmals seh’n wir dich verkläret,
    strahlend gleich dem Morgenstern.

  2. Heilges Kreuz, sei unsre Fahne,
    die uns führt durch Kampf und Not,
    die uns halte, die uns mahne,
    treu zu sein bis in den Tod.

  3. Heilges Kreuz, du Siegeszeichen,
    selig, wer auf dich vertraut.
    Sicher wird sein Ziel erreichen,
    wer auf dich im Leben schaut.

  4. Kreuz, du Denkmal seiner Leiden,
    präg’ uns seine Liebe ein,
    dass wir stets die Sünde meiden,
    stets gedenken seiner Pein.

In Österreich wird in der Fastenzeit, besonders auf Kreuzwegen, oft dieses alte Volksmissionslied gesungen, das uns in den dunklen Kartagen daran erinnert, dass das Kreuz ein Leidens-, aber auch Liebeszeichen, ein Sterbens-, doch auch Heilszeichen ist. Das Lied kann man als MP3 anhören.

Ergänzung (9.3.2017):

Das Lied stammt wohl aus dem süddeutsch-österreichischem Raum im 19. Jahrhundert. Es findet sich auf Seite 377 der vermehrten Fassung des Gebets- und Erbauungsbuches „Gott ist die Liebe“ aus dem Jahr 1850 — so neu ist die Popularität des Spruches „Gott ist die Liebe“ also nicht –, und in der Passauer „Engelsharfe“ aus dem Jahr 1854 auf Seite 164. Nach 1850 findet es sich auch in vielen anderen Quellen, so in einem Bericht aus der Steiermark über die Einweihung einer Kreuzsäule in Graz 1855, oder in „Liedern für Kirche und Haus“ aus München 1854.

Alle diese Büchern bringen im Wesentlichen den gleichen Text, der sich allerdings von der heutigen Gotteslob-Fassung etwas unterscheidet:

Fassung um 1850

Heil’ges Kreuz: Noten aus dem Melodienbuch zur Engelsharfe (1866)

Heil’ges Kreuz: Noten aus dem Melodienbuch zur Engelsharfe (1866)

  1. Heil’ges Kreuz, sei hoch verehret,
    Hartes Ruhbett meines Herrn.
    Einstmals seh’n wir dich verkläret,
    Strahlend gleich dem Morgenstern.
    Chor: Sei mit Herz und Mund verehret
    Kreuzstamm Christi meines Herrn. (2x)

  2. Kreuz, du Denkmal seiner Leiden,
    Präg’ uns seine Liebe ein,
    Daß wir stets die Sünde meiden,
    Stets gedenken seiner Pein.

  3. Heil’ges Kreuz, sei uns’re Fahne
    In dem Kampf, in jeder Noth,
    Die uns wecke, die uns mahne,
    Treu zu sein bis in den Tod.

  4. Heil’ges Kreuz, du Siegeszeichen,
    Selig, wer auf dich vertraut;
    Glücklich wird sein Ziel erreichen,
    Wer auf dich im Kampfe schaut.

  5. Denkmal, Fahne, Siegeszeichen,
    Uns’re Hoffnung, unser Schild,
    Nimemer soll die Andacht weichen
    Zu dem heil’gen Kreuzesbild.

  6. Eines sei uns noch gewähret:
    Ruft uns einst der Ruf des Herrn,
    Sei im Sterben noch verehret,
    Leucht uns als ein Morgenstern.

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