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#blockit: Im Empörungs-Hallraum


Die Geschichte der Wiener #blockit-Demo, die sich wiederum gegen eine Demo der sogenannten Identitären gerichtet hat, ist einerseits die typische Geschichte zweier extremer Gruppen, die sich selbst jeweils für die Mitte der Gesellschaft halten und die Lebenszeit vieler unbeteiligter Menschen durch Blockade öffentlichen Raums wie selbstverständlich in Anspruch nehmen. Aber gut, das gehört zu einer Demokratie, zu einer offenen Gesellschaft dazu. Ein Preis, den ich gerne zu zahlen bereit bin.

Es ist auch die Geschichte davon, wie man im Empörungs-Hallraum von Twitter, Facebook & Co. mit erfundenen Geschichten „gerechte Entrüstung“ hervorrufen kann. Davon, wie man selbst Gewalt und Sachbeschädigung zu verantworten hätte, aber sich stattdessen mit Vernaderung der Polizei in die Opferrolle versetzen will. Davon, dass Abgeordnete der grünen Parlamentsfraktion diese Strategie auch noch decken.

Letztendlich ist es auch ein Beispiel dafür, wie gerade die angeblich größten Verteidiger der offenen Gesellschaft, die sich für Toleranz einzusetzen behaupten, oft zu ihren gefährlichsten Gegnern gehören. Denn worum ging es bei dieser Demonstration? Darum, Anhängern einer anderen Meinung deren Demonstrationsrecht zu nehmen. Der Hashtag #blockit drückt es ja schon zur Genüge aus. Aber da herrscht wieder der Grundsatz: Quod licet Iovi, non licet bovi. Oder, wie es der grüne Abgeordnete Steinhauser ausdrückt: „friedlicher antifaschistischer Protest, wie Sitzblockaden,“ müsse „möglich sein“. Proteste anderer Gruppen anscheinend nicht.

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