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Das unverhüllte Gesicht des Bösen


Es gibt Ereignisse, wo das Böse unverhüllt sein Gesicht zeigt. Zweifellos ist das nun im Irak und Syrien der Fall, wo die Kämpfer des „Islamischen Staates“ für ihre Errichtung eines Kalifats morden und brandschatzen. Sie kreuzigen Kinder, begraben Frauen bei lebendigem Leib, sehen Vergewaltigung als besonderen Dienst im Dschihad.

Dass Revolutionäre zu unfassbaren Gräueltaten bereits sind, ist bekannt. Doch die rohe, menschenverschlingende Brutalität des Islamischen Staats um Abu Bakr Al-Baghdadi verschlägt mir den Atem. Alles soll im Blut ersticken, was nicht seiner Vision des Islam folgt. Christen, Juden und Jesiden zuerst, dann auch alle Schiiten und diejenigen Sunniten, die nicht rechtgläubig genug sind. Alawiten und Drusen sowieso. Die Grenze seines Staates ist die Welt: Solange es Gebiete gibt, die nicht seinem Kalifat unterstehen, ist sein Werk nicht vollbracht.

John Gray zeigt übrigens anschaulich, warum der Islamische Staat kein Relikt des Mittelalters ist, sondern Ausdruck der Moderne. Die Wiederholung des Blutdurstes, des Veränderungswillens der Jakobiner oder der Roten Khmer. Daher auch der unbändige Wille, die Vergangenheit auszulöschen, der bereits viele Kunstschätze und archäologische Funde zum Opfer gefallen sind.

Die Unentschlossenheit europäischer und amerikanischer Politiker hat schon tausenden Menschen das Leben gekostet. Die deutsche Bundesregierung kann sich selbst jetzt nicht zu ernsthafter Hilfe durchringen; während die USA zumindest zaghafte Schritte unternehmen, die Kurden im Kampf gegen den Islamischen Staat zu unterstützen, drehen die Europäer Däumchen und haben keine Ahnung, was man gegen IS unternehmen könnte. Dabei sind sie — sind wir — in wesentlich größerer Gefahr als die Vereinigten Staaten, wie Jürgen Streihammer in der „Presse“ trefflich ausführt. Wir sagen bei Gedenkfeiern gerne „Nie wieder“, meinen es aber eindeutig nicht. Selbst dann nicht, wenn es dabei schlussendlich um uns selbst geht.

2 thoughts on “Das unverhüllte Gesicht des Bösen

  1. Wie wahr, leider! Wir Katholiken haben sogar einen Begriff für so einen Blutrausch, anders kann man das wohl kaum definieren: Bluthochzeit.

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