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An der Hand, nicht durch die Hand


Noch bis 16. September kann man die österreichische Bürgerinitiative „An der Hand — nicht durch die Hand eines Menschen sterben“ unterstützen. Warum das so wichtig ist?

Der Fall von Godelieve De Troyer ist ein Beispiel mehr, was die natürliche Entwicklung der sogenannten Sterbehilfe ist. Die Belgierin litt an Depressionen; eine düstere Krankheit, die früher nicht umsonst „Schwermut“ genannt wurde. Dabei können sich auch immer wieder Todessehnsüchte entwickeln, die Ausdruck des Krankheitsbildes sind.

Diese Frau wurde nun von einem in psychischen Belangen völlig inkompententen Arzt — er ist Onkologe — umgebracht, der auch nicht bei ihrem behandelnden Arzt Rückfrage hielt. Allerdings handelt es sich bei dem Onkologen um Wim Distelmans, den führenden Fürsprecher der Patiententötung. Und zufälligerweise hat De Troyer an Distelmans Fonds, der für das „Recht zu Sterben“ wirbt, kurz vor ihrer Tötung eine größere Spende getätigt.

De Troyers Hausarzt und ihr Sohn haben gegen das Vorgehen Distelmans Beschwerde erhoben und planen den Gang zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Er hat allerdings nicht viel zu befürchen: Steht er doch selbst der Kommission vor, die Verstöße gegen das Euthanasiegesetz untersucht. Und die veröffentlichte Meinung Belgiens steht geschlossen hinter der Tötung von Patienten, die einerseits natürlich auch das Gesundheitssystem finanziell erheblich entlastet, andererseits bequemerweise schwerkranke Menschen aus der Wahrnehmung austilgt.

Solche Zustände wie in Belgien und den Niederlanden, in denen schwerkranke Patienten zum Teil eigene Erklärungen bei sich führen, dass sie keines Falls euthanasiert werden wollen, weil sie Angst davor haben, irgendeine Äußerung könnte als Zustimmung zur Tötung überinterpretiert werden, sind keine Fehlentwicklung, sondern logische Folge. Kranke Menschen haben aber ein Recht auf Betreuung und Zuwendung durch das Gesundheitssystem, das kein Todessystem sein darf.

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