„Dein Gericht ist ein Licht für die Welt“


Das jüngste Gericht wird in der volkstümlichen Bilderwelt als schreckliches Ereignis dargestellt. So sehr, dass in der Kirche viele unter dem Kampfbegriff „Frohbotschaft statt Drohbotschaft“ aufgehört haben, davon zu sprechen.

Vor einigen Tagen hat mich das Stundengebet aber wieder daran erinnert, dass das biblische Konzept des Gottesgerichts eine Verheißung ist. So heißt es im Canticum nach Jes 26:

Herr, auf das Kommen deines Gerichts / vertrauen wir.
Deinen Namen anzurufen und an dich zu denken / ist unser Verlangen.
Meine Seele sehnt sich nach dir in der Nacht, / auch mein Geist ist voll Sehnsucht nach dir.
Denn dein Gericht ist ein Licht für die Welt, / die Bewohner der Erde lernen deine Gerechtigkeit kennen.
– Jesaja 26,8-9

Und in Psalm 66 bzw. 67 nach der masoretischen Zählung sollen alle Völker dem Herrn danken. Mehr noch:

Die Nationen sollen sich freuen und jubeln. / Denn du richtest den Erdkreis gerecht.
Du richtest die Völker nach Recht / und regierst die Nationen auf Erden. [Sela]
– Psalm 66,5

Angesichts der vielen menschlichen Ungerechtigkeiten in der Welt wird das barmherzige, aber gerechte Gericht Gottes als Befreiung herbeigesehnt. Freilich ist es eine Drohung — gegen die Ungerechten! Und eine Mahnung an jeden, zu prüfen, ob er zu diesen Ungerechten gehört. Aber es ist auch das: Licht für die Welt. Und die Zuversicht, dass es Gerechtigkeit nicht nur im Kino gibt, sondern auch in Wirklichkeit.

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