2016: Das Jahr, in dem 181 Prominente verstorben sind …


Leonhard Cohen, Umberto Eco, Nancy Reagan, Carrie Fisher, Prince, … – die Zahl der weltweit prominenten Persönlichkeiten, die 2016 verstorben sind, schien erdrückend groß. Und das Jahr 2017 hat dann nicht viel anders begonnen. Aber war das Jahr 2016 wirklich so ein verheerendes Jahr unter Prominenten?

Nein, sagen die drei Wissenschafter Cristian Candia-Castro Vallejos, Cristian Jara Figueroa und César A. Hidalgo vom MIT. Es gibt einfach vor allem dank moderner Kommunikationstechnologien viel mehr weithin Prominente als früher. Nun klingt das für sich einigermaßen plausibel –- wir leben heute weltweit mit dem Leben und Sterben von Künstlern, Politikern und Sportlern mit, wie es früher einfach nicht möglich war. Wer hätte in Wien um 1900 einen kanadischen Sänger so gut gekannt, dass sein Tod ihn betroffen macht? Oder die Gattin eines US-Präsidenten?

Bücher, Filme und Tonträger machen zudem das Werk von Personen nicht nur einer breiten Menge zugänglich, sie konservieren es auch. Die Zahl der prominenten Personen, an die wir uns heute noch zumindest per Wikipedia-Eintrag erinnern, steigt daher bei technologischen Neuerungen sprunghaft schneller an.

Doch Candia-Castro Vallejos & Co. erzählen nicht nur eine Geschichte, sie haben sie auch überprüft. Als prominent werteten sie dafür Personen, für die in zumindest zwanzig Sprachen Wikipedia-Artikeln vorlagen. Ein unvollkommenes Maß, wie sie selbst zugeben, aber es drückt ein gewisses weltweites Interesse aus, das am Leben einer Person herrscht. Untersucht man die Todesfälle der letzten Jahre und ihre Entwicklung, lag die Zahl der verstorbenen „Wikipedia“-Prominenten sogar leicht unter dem zu erwartenden Wert. Insgesamt waren es 181. Die Voraussage für 2017 wäre 197.

Das Forscherteam weist dabei besonders daraufhin, dass nun viele der Prominenten ihren Lebensherbst genießen, die in den Sechziger und Siebziger Jahren mit der Verbreitung des Fernsehens besonders bekannt geworden sind, so dass noch leichte Steigerungen möglich sind. Allerdings gibt es Grenzen für das Wachstum an Prominenz: Man kann in einem Leben auch nur einer beschränkten Anzahl von Phänomenen seine Aufmerksamkeit widmen, und so hat auch die Vermehrung der Personen, die in unserem Gedächtnis als prominent haften bleiben, irgendwann ein Ende. Und schließlich sind viele technologische Veränderungen schon eingepreist, die weltweite Bekanntheit ermöglicht haben. Wir könnten also langsam den Zenit des Prominentensterbens erreicht haben.

(via Marginal Revolution)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s