Ich vergesse dich nicht – Spruch des Herrn


Die Eroberung Jerusalems durch die Babylonier und die folgende „Babylonische Gefangenschaft“ war für das jüdische Volk, ja für das Judentum als solches ein zutiefst traumatisches Erlebnis. In vielen Texten hören wir von der Verzweiflung der Menschen, dem Elend, der Zerstörung. Wir hören aber auch von Trost, Zuversicht und Treue, die schlußendlich auch unter dem Perserkönig Kyros belohnt wird.

So auch in der ersten Lesung dieses Sonntags, einem Abschnitt aus dem 49. Kapitel des Buches Jesaja:

Zion sagt: Der Herr hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen. Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht – Spruch des Herrn.

Was für eine Zusage mitten im Elend der Verwüstung und des Exils, in der tiefsten Verlassenheit! Davor wird vom Gottesknecht gesprochen, der nicht bloß die Stämme Jakobs wieder aufrichten soll, sondern ein Licht für die Völker sein wird. Wir wissen aus anderen Texten Jesajas, dass dieser Gottesknecht viel erleiden muss. So wird er selbst das Gefühl haben, dass Gott ihn verlassen hat.

Aber genau in diese Momente hinein spricht der Herr diese liebevolle, zärtliche Verheißung. Seine Kinder vergißt Gott gerade in ihren dunkelsten Augenblicken nicht. Freilich, wie das Beispiel der Babylonischen Gefangenschaft zeigt, sind es oft überraschende Umwege, in denen sich Gottes Fürsorge offenbart.

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