Blackberry KEYone: Das Comeback des QWERTZ-Handys


Blackberry KEYone (Pressephoto)

Blackberry KEYone (Pressephoto)

Langjährige Leser meines Blogs kennen meine Liebe für Handys mit Schreibmaschinen-Tastatur. Eine seltene Spezies, die nun wieder einen interessanten Nachwuchs erfahren hat: Blackberrys Kooperation mit dem großen Smartphone-Produzenten TCL hat mit dem Blackberry KEYone vielversprechende Früchte getragen. TCL hat in Wahrheit schon die letzten beiden Blackberry-Geräte entwickelt und wird nun selbst offiziell zum Entwickler und Hersteller, wie es bei den sogenannten „Alcatel“-Handys schon länger der Fall ist.

Vorweg: Das KEYone ist, wie schon die letzten drei Blackberry-Geräte, ein Android-Handy. Es läuft mit der neuesten Android-Version, womit sich Blackberry einiges an Entwicklungskosten spart. Statt eines kompletten Betriebssystems plus einer Android-Kompatibilitätsbox wie beim — meiner Meinung nach exzellenten! — „Blackberry 10“ müssen nur noch diejenigen Programme entwickelt werden, die für die Kernkompetenzen von Blackberry notwendig sind: Rasche, effiziente Kommunikation und hohe Sicherheit. So die Nachrichtenzentrale Blackberry Hub, das Sicherheitsprogramm DTEK oder die fortgeschrittene Einbindung der Tastatur zur Steuerung eines Android-Systems. Die Hardware stammt von TCL, wurde aber mit Blackberry koordiniert.

Dazu gibt es eine Tastatur, die gleichzeitig als Trackpad wie am Notebook zur Steuerung verwendet werden kann und nach ersten Berichten dem gewohnten Blackberry-Standard entspricht. Besonderer Wert wurde offenbar auf eine lange Betriebsdauer gelegt. Nicht das schlankste Gerät aller Zeiten wurde da kreiert, sondern eines mit achtbarer Akkugröße (3505 mAH — ein iPhone 7 hat gerade einmal 1960 mAH), einem sehr energieeffizienten Mainboard und einem Schelllademodus.

Das Smartphone ist rundum ausgestattet, von der 3,5mm-Kopfhöherbuchse bis zu Bluetooth 4.2 und USB-On-The-Go, mit dem man sogar externe Festplatten und andere USB-Geräte an den Blackberry anschließen könnte, es hat Platz für eine microSD-Speicherkarte (bis zu 2 Terabyte große Karten könnten theoretisch verwendet werden) und verfügt über einen 4,5-Zoll-Bildschirm mit 1620×1080 Bildpunkten Auflösung.

Ob die Kamera hält, was sie verspricht, müssen erst die Tester herausfinden. Der Preis verspricht leider hoch zu werden. Für die Markteinführung werden € 599 avisiert. Allerdings: Blackberry erstes Android-Handy, der Blackberry Priv, hat anfangs in Österreich 800 Euro gekostet und ist nun um die Hälfte zu haben. Wer ein wenig Geduld hat, wird sich wohl ein wenig Geld sparen können.

Mehr Infos gibt es beim Hersteller auf www.blackberrymobile.com. Erste Eindrücke vermittelt das bekannte Handyportal GSMArena. Die Blackberry-Nachrichtenseite Crackberry bietet ein Video der Vorstellung auf dem Mobile World Congress in Barcelona und auch sonst einige Meldungen dazu. Es ist halt, na ja, nicht die kritischste Seite, was Blackberry betrifft.

Von österreichischen Berichten über das neue Handy muss ich vorerst eher abraten. Wie ein kürzlich kursierende Artikel über Marktanteile am Smartphone-Markt verraten hat, können österreichische Qualitätsmedien nicht einmal Hersteller und Betriebssystem auseinanderhalten.

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