Gaia entdeckt Sternenbrücken, Planeten und Millionen von Sternen


Teleskop Gaia © ESA

Teleskop Gaia © ESA

Das Hubble Teleskop ist vielleicht berühmter, doch das Teleskop der Europäischen Weltraumagentur ESA steht ihm nicht nach. Gaia macht seit 2014 Weitwinkelaufnahmen der Sterne mit einer Präzision, dass man auf den Bildern den Daumennagel eines Mondastronauten abmessen könnte, wie es die ESA plakativ darstellt.

Dazu wurde es auf einen Lagrangepunkt L2 gebracht, eigentlich einer Umlaufbahn um die Sonne 1,5 Millionen Kilometer außerhalb der Erdbahn, bei der die Erdanziehungskraft genau so stark auf das umlaufende Objekt einwirkt, dass seine Umlaufgeschwindigkeit hoch genug wird, um einen Umlauf parallel zur Erde zu beenden. Glücklicherweise muss man nicht genau diesen — instabilen — Punkt erreichen. Das Objekt kann auch eine Bahn rund um den Punkt beschreiben.

Aus dieser Position kann man nun einerseits die Daten gut zur Erde übertragen, andererseits auch die Milchstraße exzellent beobachten. Das eigentliche Ziel der Mission ist es nämlich, eine räumliche Karte der Milchstraße anlegen zu können, in dem etwa eine Milliarde Sterne untersucht werden. Jedes der Objekte wird während der fünfjährigen Missionszeit werden etwa siebzigmal beobachtet, so dass auch Veränderungen, Laufbahnen, die Sterne verdunkelnde Planeten und mehr entdeckt werden können.

Gaias erste Karte der Milchstraße und der Magellanschen Wolken Quelle: ESA/Gaia/DPAC.

Gaias erste Karte der Milchstraße und der Magellanschen Wolken Quelle: ESA/Gaia/DPAC.

Dabei gelangen schon spektakuläre Erfolge. 400 Millionen Sterne konnten erstmals festgehalten werden. Und jetzt wurde eine „Sternenbrücke“ entdeckt, mit der die zwei Magellanschen Wolken verbunden sind. Diese Brücken dürften entstanden sein, als sich die große und die kleine Wolke nahegekommen waren und durch die wirkenden Gravitationskräfte Sterne und Gas aus der kleinen Wolke herausgelöst wurden. Die Corona der Milchstraße wiederum verlangsamte die Gasbrücke, die von der Sternenbrücke getrennt wurde.

Mehr über die Mission „Gaia“ mit Texten, Bildern und Videos gibt es auf den Seiten der ESA unter http://sci.esa.int/gaia/.

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