Isidor von Sevilla


Isidor von Sevilla: De Natura Rerum. Capitulum I. (Sankt Gallen)

Isidor von Sevilla: De Natura Rerum. Capitulum I. (Sankt Gallen)

Isidor von Sevilla wird heute gerne als „Schutzpatron des Internets“ bemüht, besonders an seinem Gedenktag, dem 4. April. Nun, einige der Möglichkeiten des Internets täten dem langjährigen Erzbischof von Sevilla vielleicht gefallen. Wie Josef Bordat darstellt, ist der hl. Isidor aber vor allem ein wesentlicher Mittler von Wissen und Bildung. Isidor kompilierte z.B. eine zwanzigbändige Enzyklopädie, die sogenannten Etymologiae, oder ein Buch über die Natur, De Natura Rerum. Gemeinsam mit Beda Venerabilis, der in England ebenfalls wichtige Kompilationen und Zusammenfassungen überlieferten Wissens schuf, konnten so Sammlungen erstellt werden, die angesichts knapper Ressourcen und unsicherer Zeiten einen vertretbarem Umfang hatten und daher weite Verbreitung fanden. Beiden spielten z.B. bei der Vermittlung der Kugelgestalt der Erde eine Rolle — siehe eine Dissertation von Klaus Anselm Vogel.

Der hl. Isidor war auch als Historiker aktiv, gestaltete aber auch selbst Geschichte in mehreren Synoden. Sein Einsatz für den Aufbau von Schulen und die Erstellung fester Bildungsinhalte war wegweisend. Es soll aber auch nicht sein Antijudaismus verschwiegen werden, der sich in einer eigenen Schrift über die Juden ausdrücken sollte.

Nicht zuletzt war er ein Theologe und Seelsorger. Darüber hat Papst Benedikt XVI. bei einer Audienz gesprochen und dabei darauf hingewiesen, wie Isidor die richtige Balance im Glaubensleben zwischen Versenkung und aktivem Tun betont, die für ein erfülltes Leben so wichtig ist:

Die endgültige Bestätigung einer rechten Lebensorientierung sucht Isidor im Vorbild Christi und sagt: ‚Jesus, der Erlöser, bot uns das Vorbild des aktiven Lebens, wenn er sich tagsüber dem Wirken von Zeichen und Wundern in der Stadt hingab, aber er zeigte das kontemplative Leben, wenn er sich auf den Berg zurückzog und dort im Gebet die Nacht verbrachte‘ (op. cit., 134: ebd.). Im Licht dieses Beispiels des göttlichen Meisters kann Isidor mit dieser klaren moralischen Lehre schließen: ‚Deshalb widme sich der Diener Gottes in Nachahmung Christi der Kontemplation, ohne dem aktiven Leben zu entsagen. Sich anders zu verhalten, wäre nicht recht. Denn wie man Gott mit der Kontemplation lieben muß, so muß man den Nächsten mit dem Handeln lieben. Es ist also unmöglich, ohne das gleichzeitige Vorhandensein der einen und der anderen Lebensform zu leben, noch ist es möglich zu lieben, wenn man nicht die Erfahrung sowohl der einen wie der anderen macht.‘

Gerade in der Fastenzeit kann also der hl. Isidor in manchem zum Wegweiser werden.

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