Manchester


Anschläge wie das Bombenattentat in Manchester oder das Lastwagenattentat in Berlin zeigen die Verwundbarkeit unseres täglichen Lebens. Das sollen sie wohl auch.

Unerträglich, dass es Leute gibt, die so voll Menschenhass und so viel Todesliebe sind, dass sie die Menschen vor sich, um sich einfach töten. Die sich am Schmerz der Freunde, den Todesschreien der Opfer erfreuen. Der Zyniker in mir wendet ein, dass das freilich keine Neuigkeit ist — siehe nur das noch gut in Erinnerung bleibende Morden in Ruanda oder in Bosnien, oder die Gräuel des Syrienkriegs. Aber das scheint gefühlsmäßig weit weg. Ein Konzert, vielleicht von den eigenen Kindern oder Freunden besucht, das ist ganz nah. Dass es diesmal vor allem viele junge Menschen, z.T. noch Kinder, getroffen hat, die sonst noch so viel vor sich gehabt hätten, ist besonders schmerzvoll.

Unerträglich auch die Worthülsen der Politik. Wenn Theresa May beschwört, dass „unsere Werte siegen werden“, muss man bitter lachen. Gerade in Großbritannien werden die mühsam errungenen bürgerlichen Freiheiten seit Jahren zurückgedrängt, bis zu Plänen einer strikten Internetzensur unter dem Vorwand, extremistische Inhalte und „Fake News“ bekämpfen zu wollen. Oder wenn die „feigen Attacken“ verurteilt werden. Man kann einem Selbstmordattentäter viel unterstellen, aber Feigheit?

Ausgerechnet Donald Trump hat es in seinen Worten wesentlich direkter angesprochen: Es handle sich doch meist um „evil losers“, Versager in ihrem bisherigen Leben, die mit „glorreichen Taten“ einschließlich ihres Selbstmords ihr Scheitern zudecken wollen.

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