Wie kann man den Ruf Gottes hören?


In Kirchen wird gerne gepredigt, wir sollen für den Ruf Gottes offen sein. Manche witzeln dann vom Anruf Gottes und lassen vielleicht in der Predigt ein Handy läuten. Aber wie hören wir den Anruf Gottes? Dazu habe ich eine schöne und wahre Geschichte, die eine junge Frau aus eigenem Erleben bei einem Gottesdienst erzählt hat:

Am Morgen meditierte sie über eine Bibelstelle über den Schutz von Witwen und Waisen. (Vielleicht Ex 22 oder Jak 1?) Nach der Arbeit plante sie, laufen zu gehen. Gerade an diesem Tag aber entschloss sie sich, nicht die übliche Route zu nehmen, sondern in eine große Parklandschaft in der Nähe auszuweichen. Da klingelte das Telefon — eine ältere Dame hatte sich verwählt. Sie wollte eigentlich ihre Tochter erreichen, erklärte sie. Trotz (oder wegen) des Missverständnisses kammen die beiden ins Plaudern. Es stellte sich heraus, dass die Dame mittlerweile verwitwet war und ganz in der Nähe der großen Parklandschaft wohnte, zu der die junge Frau ohnehin unterwegs war. Sie hat gemerkt, dass die ältere Dame jemanden zum Reden brauchte. Also hat sie kurzerhand angeboten, vorbeizukommen. Die Dame hat gerne angenommen, und so unterhielten sich dann die beiden eine Weile. Und so hat die Bibelstelle an diesem Tag ganz konkret in den Alltag gewirkt.

Die junge Frau war fest davon überzeugt, dass da der Geist Gottes seine Hand im Spiel hatte. Und man kann daraus auch ein paar Lehren ziehen, wie man den Ruf Gottes hören kann:

  • Es gehört eine Offenheit gegenüber den früheren Erfahrungen der Menschen mit Gott dazu. Dadurch lernt man auch, wie Gott mit den Menschen spricht und was er von ihnen will.
  • Man muss bereit sein, sich führen zu lassen, und nicht verstockt an den eigenen Plänen festzuhalten, wenn Gott einen woanders hinführen will.
  • Schließlich braucht man ein feines Sensorium für seine Umgebung, seine Mitmenschen. Wie Elija, der den Herrn erst im Säuseln des Windes hört, so finden wir den Ruf ans uns oft in überraschenden Begegnungen oder scheinbaren Nebensächlichkeiten — eine Frau, die sich verwählt hat!

Übrigens: Auch wer nicht so gläubig ist, wird bald merken, wie das Leben eine neue Qualität bekommt, wenn man mit einem feinerem, geschärften Gespür für seine Umgebung und seine Mitmenschen dem Alltag begegnet.

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Ein Gedanke zu “Wie kann man den Ruf Gottes hören?

  1. Eine liebe Bekannte von mir hat in einem Büchlein Wlunder zusammengestellt, die ihr begegnet sind. Wenn man es liest, denkt man bei dem ein oder anderen Kapitel: Ist das ein Wunder?
    Manches, was sie als Wunder ansieht, nehmen andere nicht als solches wahr. Aber wenn man es so sieht, wie sie, dann mag man erkennen, dass man öfter, als man denkt, Wundern begegnet. Und Wunder sind ja nichts Anderes als Begegnung mit dem Göttlichen, mit unserer inneren Weisheit, die uns lenkt, wenn man für sie Antennen auszufahren beginnt.
    Da ich es für sie, sie ist 80 Jahre alt und nicht internetaffin, ins Netz gestellt habe, weiß ich um die Adresse und gebe sie hier ein – http://wunder-im-hier-und-heute.blogspot.de/ – obwohl ich mich sonst mit solchen Eingaben sehr zurückhalte, weil ich doof finde, wie plump manche Leute Leser auf ihren Blog lenken wollen. Aber für dieses liebe Büchlein möchte ich es gern tun. In der ein oder anderen Geschichte findet man sich an eigene Erfahrungen erinnert.

    Jedenfalls ist es doch seltsam und wunderbar, dass sich an jenem Tag just jemand verwählt …

    Liebe Grüße,
    Johannes

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