Ignatius von Loyola


Peter Paul Rubens: Die Wunder des hl. Ignatius von Loyola

Peter Paul Rubens: Die Wunder des hl. Ignatius von Loyola. Quelle: KHM unter diesen Nutzungsbedingungen

Ignatius von Loyola muss eine eindrucksvolle, charismatische Persönlichkeit gewesen sein, voller Tatkraft und Energie. Ihm fehlte in seiner Jugend aber wohl das richtige Ziel, wohin er diese Energien seiner Person wenden sollte.

Wie es üblich war, so schlug der 1491 geborene jüngste Sohn eines baskischen Adeligen eine militärische Laufbahn ein. Kurz vor seinem dreißigstem Geburtstag brachte eine schwere Verletzung, die er bei der Verteidigung Pamplonas durch eine Kanonenkugel erlitt, die unerwartete Wende.

Aber es folgten mehrere Stationen, bis Ignatius seine Bestimmung finden sollte: Eine Zeit der Meditation in einer Berghöhle; eine Pilgerreise ins türkisch besetzte Jerusalem; das Nachholen eines gründlichen Lateinunterrichts und des Studiums der Theologie in Alcalá de Henares, Salamanca und schließlich der Sorbonne. Anfeindungen hatten die Wechsel des Studienorts notwendig gemacht. Ignatius bleibt über lange Zeit ein Suchender und entwickelt dabei eigene Techniken des geistlichen Übung – die Exerzitien.

Wie es in seiner Biographie auf der Website der Jesuiten heißt:

Dabei wird Ignatius durch innere Kämpfe hindurch, die ihn bis an den Rand des Selbstmords treiben, für innere Bewegungen, Motivationen sensibel. Durch seine eigenen geistlichen Erfahrungen und die Gespräche mit vielen Rat suchenden Menschen öffnet sich seine Lebensdynamik für die Nachfolge Jesu und die Hilfe für die Mitmenschen. Vor allem die Exerzitien und das Exerzitienbuch sind ein bleibendes Zeugnis für die Eigenart seiner „animatorischen“, d.h. beseelenden, belebenden Pastoral.“

In Paris traf Ignatius auf sechs Gleichgesinnte. Aus dieser Gemeinschaft sollte dann der Jesuitenorden wachsen. Mit 46 Jahren empfing der Spätberufene die Priesterweihe. Die ursprünglich avisierte Mission im Heiligen Land war durch die Zeitumstände allerdings unmöglich, und so widmete sich Ignatius der Organisation der Mission in Europa, die in Folge der Reformation besonders notwendig geworden war. Es ist wohl kein Zufall, dass Papst Paul III. den Orden mit den Worten bestätigt haben soll, die Gesellschaft Jesu sein ein „Finger Gottes“.

Gerne wird die straffe Organisation des Ordens erwähnt, der hohe Wert, der dem Gehorsam von Ignatius beigemessen wurde, und die Treue zum Papst. Doch das rasante Wachstum des jungen Ordens hat viel mit Ignatius selbst zu tun. Er hat nichts verlangt, was er nicht von sich selbst auch verlangt hat; er wurde geliebt, weil er auch selbst die Menschen liebte und das in seinem täglichen Einsatz auch zeigte. Schließlich war er in seiner Führung zwar bestimmt, aber pragmatisch und entschärfte so viele Konflikte, wie sie in jungen Gemeinschaften entstehen.

Als Ignatius am 31. Juli 1556 mit 65 Jahren starb, hatte der junge Jesuitenorden bereits 1.000 Mitglieder und betreute mehrere Ausbildungsstätte, jesuitische Missionare waren bis China unterwegs. Ein großes Werk in so kurzer Zeit und gegen etliche Widerstände.

Ignatius hat mit dem „Bericht des Pilgers“ einen Einblick in seine sprituelle Reise hinterlassen, den man online lesen (über die Korrektheit des Textes kann ich nichts sagen) oder z.B. hier beim Verlag der Jesuiten bestellen kann.

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