Infographik: Vier App-Stores im Vergleich

Moderne Mobiltelephone sind wirkliche Minicomputer, auf denen viele verschiedene Anwendungen laufen. Aus irgendeinem Grund heißen sie aber nicht Computer, sondern Smartphone, und die Anwendungen Apps. Eine interessante Infographik von Blogmost.com zeigt einige Fakten über die „App Stores“ von Apple, Google, Blackberry und Microsoft.

Auffällig: Die „kleinen“ App Stores — Blackberry und Windows Phone — machen verhältnismäßig viel Umsatz. Die Blackberry World erreicht mit viel weniger Nutzern 45% des Google Play Stores. Im Verhältnis zu den Umsätzen des Apple App Stores passt das Verhältnis dann schon eher. Hier zeigt sich wohl, dass Windows Phone und Blackberry OS eher von Menschen verwendet werden, die ihr Smartphone als Computer-Plattform nutzen. Gleiches gilt fürs iPhone, auf dem viele Menschen ihre wichtigsten Daten speichern und bearbeiten, von Passwörten bis zur Privatbuchhaltung, und natürlich Unterhaltung in der Form vieler Spiele genießen.

Bei Android gibt es einen höheren Anteil an Anwendern, die es vielfach nicht anders als die sogenannten „Feature Phones“ verwenden. Freilich gibt es mittlerweile auch viele alternative Android-App Stores, so dass die Statistik verfälscht ist, während die andere, geschlossene Plattformen eben nur den einen App Store zulassen.

Netterweise erlaubt blogmost.com das Verwenden ihrer Graphik auf anderen Seiten, daher hier das Bild:

iPad für Katzen

Wenn das iPad mit Erdnußbutter zugeschmiert wird, um die
Aufmerksamkeit der Schüler zurückzugewinnen, dann ist das keine kreative Erziehungsmethode einer EDV-Klasse für Gourmands, sondern eine iPad-Klasse für Haustiere.

So etwas gibt es offenbar wirklich. Zumindest in New York, wo Hundetrainerin Anna Jane Grossman diesen Dienst anbietet, wie das Wall Street Journal berichtet.

Die Tiere werden mit eigenen iPad-Spielen beschäftigt, wobei völlig unklar bleibt, ob die Hunde und Katzen frustriert und in die Neurose getrieben werden, oder doch einen positiven Stimulus empfangen. Überhaupt gibt es für Tablets eine Reihe von Spielen, die speziell auf Haustiere zugeschnitten sind.

Tyler Cowen fragt auf „Marginal Revolution“ meiner Meinung nach zurecht: „At first I thought this was a kind of novelty item, but there is a good deal of evidence that many of the pets are quite absorbed in these games or perhaps even obsessed with them. Is it wrong for me to think that some of these games are, using behavioral inducements, actually torturing the pet, a bit like perpetual catnip?“ [Anm. catnip ist Katzenminze]

Ich weiß es nicht, aber ganz wohl ist mir bei der Sache nicht. Werden da vielleicht Haustiere von ihren Besitzern ein wenig zu sehr vermenschlicht?

Ein Blick in die Frühzeit des Apple-Designs

Hartmut Esslinger ist einer der prägenden Designer der letzten Jahrzehnte; zuerst als Mitarbeiter anderer Unternehmen, mit dem von ihm gegründeten Unternehmen frog design hat er Entwürfe geschaffen, die die Designsprache nachhaltig beeinflussen sollten. Bekannt ist er freilich weniger für seine hansgrohe-Duschköpfe oder die Betreuung der Lufthansa, sondern für seine Zusammenarbeit mit Steve Jobs. Designboom zeigt einige Entwürfe Esslingers aus den frühen Achtziger Jahren, die angesichts der damaligen realen Möglichkeiten z.T. sehr utopisch wirken. Sehr interessant.

Apple gegen Samsung: Wieviel Macht soll ein Unternehmen haben?

Schon das zweite Mal in Folge muß ich einem Kommentar Guardian zustimmen; diesmal geht es um den Prozeß zwischen Apple und Samsung, eine gewaltige PR- und Anwaltsschlacht, in der es um nichts anderes als um die Vorherrschaft in der Post-PC-Welt geht. In den diversen Gerichten der Welt gewann manchmal Samsung, manchmal Apple, was angesichts der umfangreichen Patentportfeuilles der beiden kein Wunder ist. Doch in den USA war die entscheidende Runde: Weil dort das Schadenersatzrecht besonders unangemessene Folgen haben kann, selbst Prozesse in hochkomplizierten zivilrechtlichen Materien von Laien (in jeder Hinsicht) entschieden werden und ein anerkannt absurdes Patentsystem existiert. So werden in den USA (aber nicht nur dort!) vor allem im Softwarebereich Patente für die trivialsten Dinge erteilt, sind oft übermäßig allgemein gehalten, werden oft erteilt, obwohl sie bloß den Stand dem Technik widergeben, um nur einige Beispiele aufzuzählen.

Dan Gilmore meint im Guardian: (von mir übersetzt)

[ … ] Jetzt bin ich kein Fan von Samsung. Wie so viele andere in der Technologiewelt hat es sich in ethisch fragwürdiger Weise benommen. Und es offenbar viele Funktionen des iPhone imitiert – es war allerdings Apples langjähriger CEO Steve Jobs, der bekanntermaßen Picassos Sprichwort zitiert hat, daß gute Künstler kopierten und große Künstler stählen. [ … ]

Schlußendlich wird sich Apple mit nichts weniger als einer gänzlichen Kapitulation Samsungs, und im weiteren, andere Android-Hersteller, zufriedengeben, in dem, was Jobs einen „thermonuklearen Krieg“ nannte, den er vor seinem Tod gegen Android zu führen plante. Wenn Apple erfolgreich ist, werden enweder alle Android-Hersteller Apple eine Lizenzgebühr zahlen, oder Apple wird es einfach über Gerichtsverfahren für andere Telephonhersteller zu teuer machen, in Wettbewerb treten. Und wenn das geschieht, könnte Apples finanzielle Dominanz im Smartphonebereich (Android führt bei den Stückzahlen) und Apple überwältigende Dominanz im Tabletmarkt unüberwindbar werden. [ … ]

Mehr noch als Microsoft in seinen skrupellosesten Tagen in den Neunzigern will Apple die Kontrolle darüber wie wir Technologie einsetzen. Es sperrt iOS komplett ab,  schreibt vor, daß Programme nur über Apples eigenes Portal angeboten oder verkauft werden dürfen, und beschränkt den Wettbewerb, wenn ein Entwickler irgendetwas tut daß einen Einfluß auf Apples eigenes Geschäft haben könnte. Und während sich Apple immer weiter in die Wohnzimmer ausbreitet – es wird weithin mit etwas Richtung TV gerechnet – und darüberhinaus, müssen wir uns fragen: Wollen wir ein einziges Unternehmen mit so viel Einfluß?

Die Angelegenheit ist natürlich nicht zu Ende. Samsung bekämpft das Erkenntnis und will notfalls auch in Berufung gehen, Apple will ein Importverbot für Samsung-Produkte erwirken und in der Folge die Strafe noch nach oben treiben, die zwar jetzt bereits eine Milliarde Dollar beträgt, aber unter Umständen sogar verdreifacht werden könnte. Google hat Entlastungsangriffe gegen Apple über Motorola begonnen. Ein absurdes Spiel, das letztlich vor allem uns Anwendern schadet.

Die Geschichte vom „Retina-Display“

Apple hat mit dem Begriff „Retina-Display“ das Marketing hochauflösender Bildschirme grundlegend verändert, in dem sie den Vorteil greifbarer gemacht haben: Der Bildschirm soll also so hochauflösend sein, daß das menschliche Auge die einzelnen Bildpunkte bei entsprechendem Abstand nicht mehr unterscheiden kann.

Dieser Abstand ist dabei das entscheidende, denn im Prinzip ist jeder Bildschirm ein „Retina“-Bildschirm, wenn man ihn nur weit genug weghält. Die Prinzipien dahinter werden auf „The Verge“ anschaulich erklärt. Bei einem Tablet, das üblicherweise in einer Entfernung von fünfzig bis sechzig Zentimetern vom Auge gehalten wird, reicht eine Auflösung von etwa 175 Bildpunkten je Zoll, also etwas weniger als 70 Bildpunkten je Zentimeter, vollkommen aus, damit das menschliche Auge keinen Unterschied mehr zwischen den Punkten und damit auch zu einer höheren Auflösung erkennt.

Alles darüber hinaus ist eine Fleißaufgabe, die noch dazu die Zentraleinheit des Tablets belastet und die Laufzeit des Akkus merklich verkürzt. Apple hatte allerdings gar keine andere Wahl als zu übertreiben: Die höhere Auflösung wurde bei iPhone und iPad durch eine Verdopplung der Breite und Höhe in Bildpunkten erreicht, insgesamt also eine Vervierfachung der anzusteuernden Pixel, wodurch es möglich wurde, alle alten Anwendungen durch simples Vergrößern auf den neuen Geräten laufen zu lassen. Hätte Apple dagegen eine andere Auflösung gewählt, so wären anfangs kaum Programme für die neuen Versionen der Geräte zur Verfügung gestanden, was den Verkauf wohl negativ beeinflußt hätte. Die Akkulaufzeit des neuen iPad leidet jedoch unter dem hochauflösen Display und ist trotz um 70% größerer Kapazität kürzer als im Vorgängermodell.

Wer auf geizhals.at oder einer anderen Plattform zum Preisvergleich nach einen „Retina“-artigen Tablet sucht, braucht jedenfalls nur nach Geräten mit einem Pixelabstand bis 0,150 mm suchen, und wird auf eine überraschend große Auswahl treffen: Vom preiswerten Blackberry Playbook (ca. 270 Euro) bis zum ASUS Eee Pad Transformer Infinity (ca. 720 Euro) ist da für jeden Geschmack etwas dabei, das neue iPad in allen Varianten sowieso.

(via OSNews.com)

Computer-Nostalgie im Post-PC-Zeitalter

Wer sich noch an die Zeiten erinneren kann, in denen OS/2 gegen Windows gekämpft hat, und Apples System 7 der letzte Schrei an Benutzerfreundlichkeit war, für den ist die Restart Page genau das richtige. 16 verschiedene Dialogfelder, wie sie bei verschiedenen Betriebssystemen vor einem Neustart eingeblendet wurden, inklusive stilechten Neustart der Website werden dort geboten. Die Detailfreude ist z.T. betörend, wie etwa die Arbeitsspeicherprüfung beim Neustart von Windows 3.11. Eine Erinnerung an die Zeiten, als Computer noch Computer waren, möchte man sagen.

Gleichzeitig hat Apple ein wahres Post-PC-Quartal erlebt, mit atemberaubenden Verkaufszahlen für das iPad, das in vielerlei Hinsicht die Antithese zu den Computersystemen ist, die auf der Restart Page verewigt sind: Geschlossen, unter strikter Kontrolle des Herstellers, der selbst lokal installierte Programme zentral löschen kann, und genau darüber bestimmt, was für das Gerät verkauft werden darf und wie es benutzt werden kann. Aber auch schnell, benutzerfreundlich, geradezu unsichtbar. Wer ein iPad verwendet, der kann sich auf das konzentrieren, was er damit gerade machen will, und braucht nicht an irgendeine DLL denken, die möglicherweise mit irgendetwas anderem inkompatiberl ist.

Geräten wie dem iPad gehört die Zukunft, und das durchaus zurecht, weil sie das Leben einfacher machen. Aber ein bisserl wehmütig darf ich schon an die Zeit denken, an die die Restart Page erinnert.

Susan Kare – Die Frau hinter dem Farbkübel-Icon (und noch vielem mehr)

 

Susan Kare, photographiert von R J Muna

Susan Kare, photographiert von R J Muna

Susan Kare ist einer der Menschen, deren Werk zwar jeder kennt, aber kaum einer weiß, wer dahintersteckt. Denn Kare ist einer der Pioniere im Genre der Icons, der kleinen Bilder, die am Computer, Smartphone oder MP3-Player Orientierung geben und wichtige Funktionen klar darstellen. Sie hat das Farbkübel-Symbol für Graphikprogamme genauso entworfen wie die Karten für das Solitaire-Spiel auf jedem Windows-Rechner, den „Happy Macintosh“, der bei vielen Apple-Computern bei einem erfolgreichen Start erscheint, genauso wie die Geschenkssymbole für Facebook und Icons für die Paypal-Website.

Ihre Karriere als Icon-Ikone begann, als ihr Schulfreund Andy Hertzfeld die promovierte Künstlerin für ein Projekt bei der Firma Apple anwarb — den Macintosh. Und weil damals graphische Oberflächen ziemlich neu waren, hat sie viele Symbole überhaupt erst erfunden, die sich bis heute gehalten haben, wie etwa das Zeichen für die Befehlstaste jedes Macs. Sie entwarf auch einige der ersten proportionalen Schrifte für Computer, ohne „zackige Diagonalen“, wie sie anschaulich auf Folklore.org schreibt.

Steve Silberman durfte nun einige Zeichnungen aus dem Skizzenbuch Kares, das sie zum Entwerfen der Mac-Icons verwendet hat, erstmals online stellen, die nicht nur historisch interessant sind, sondern auch einen Einblick in die Arbeit eines Pixel-Künstlers geben, der komplexe Sachverhalte in wenigen Punkt großen Bildern darstellen soll. Silberman nennt Kare mit Grund „die Künstlerin, die dem Computer ein menschliches Antlitz gegeben hat“.

Dabei wollte sie ursprünglich als Bildhauerin arbeiten, und hatte nach ihrer universitären Ausbildung in Bildender Kunst und Kunstgeschichte bereits einen Auftrag erhalten und angefangen, Skulpturen zu gestalten. Aber erstens kommt es eben anders, und zweitens, als man denkt. Jedenfalls blieb sie nach ihrere Zeit bei Apple dem Design von graphischen Symbolen treu und arbeitete für NeXT, Microsoft, IBM und viele mehr.

Auf den Seiten der Stanford-Universität gibt es übrigens ein interessantes Interview, wo sie über ihre Zeit bei Apple, insbesondere ihre Zusammenarbeit mit Steve Jobs, spricht.

Wer gerne Kunstdrucke ihrer Icons sein eigen nennen möchte, kann diesen Wunsch auf kareprints.com Realität werden lassen.

Icons von Susan Kare (kare.com)

Icons von Susan Kare (kare.com)