Härtel und die Faktoren

Roda Roda (gezeichnet von Olaf Gulbransson)

Roda Roda (gezeichnet von Olaf Gulbransson)

Auf diesem Blog geht es oft sehr ernst zu. Zum Faschingsende soll eine kleine Geschichte des österreichischen Schriftstellers Roda-Roda daran erinnern, dass man die Episoden des Lebens auch heiter-gelassen betrachten kann. Roda-Roda ist vor allem für seine augenzwinkernden Erzählungen aus der k.u.k. Monarchie bekannt, die vielfach imitiert wurden. Es ist aber nicht leicht, diesen Tonfall zu treffen, der immer in gewisser Sympathie für die Betroffenen bleibt, aber doch recht hintergründig ist. Roda-Roda musste, wie so viele, 1938 vor dem Einmarsch Hitlers auf Grund seiner jüdischen Wurzeln flüchten, zuerst in die Schweiz, dann in die USA. Er starb 1945 und konnte seine Heimat nicht mehr wiedersehen. Aber genug der Worte, lassen wir den Meister selbst zu Wort kommen:

Härtel und die Faktoren

Härtel zu Härtefeld, Karl Freiherr von, ist k. und k. Kämmerer und Oberleutnant bei Dembski-Dragonern Nr. 17.

Der Faktor (Mehrzahl: Faktoren) ist eine Zahl, die multipliziert werden soll — oder auch, in übertragenem Sinn, eine von jenen Ursachen, deren viele zusammenwirken müssen, um ein bestimmtes Ergebnis herbeizuführen.

Hingegen ist der Faktor (Mehrzahl: Faktorkes) ein Untertan Seiner Majestät, des Königs von Galizien und Lodomerien, lebt in ungezählten Exemplaren östlich der Kultur und hilft allen, die dahin verschlagen werden, den Kampf ums polnische Dasein fechten.

Wenn man nach Galizien versetzt wird, erwartet einen der Faktor an der Bahn. Er grüßt höflich und geleitet einen zum Wagen; zu seinem Wagen.

Man möchte ins Hotel fahren: aber der Faktor hat einem schon die Wohnung besorgt. Man will Möbel kaufen: aber der Faktor hat sie schon — auf heute — bestellt. Man will sich schlafen legen: der Faktor sagt, es schicke sich, in der Offiziermenage vorzusprechen.

Er hat auch schon über den Abend verfügt und zieht ein Theaterbillett aus der Tasche. Er wartet vor dem Chantant und bringt einen nach Haus, „weil mä sich doch noch nix auskennt“.
Das ist der Faktor.


In Tarnopol, Gertrudigasse Nr. 17, wohnt Simon Deutscher, die Seele von einem Menschen. Ein wahrer Vater jedes Kavallerieregiments, das just in Tarnopol liegt. Er zöge sein letztes Hemd aus und borgte es her — wenn jemand gerade auf Simon Deutschers Hemd Wert legte — borgte es her auf einfachen Bon und ohne Giranten.

Bei Dembski-Dragonern war die Sache besonders idyllisch, weil sie doch Nr. 17 haben und Simon Deutscher auch. Sie ernannten ihn zu ihrem zweiten Inhaber und schrieben sich statt „Feldmarschalleutnant von Dembski Nr. 17“ einfach „Dragonerregiment Simon Deutscher, Tarnopol, Gertrudigasse Nr. 17“.

Leider störte eines Tages Oberleutnant Baron Härtels jugendlicher Übermut das innige Verhältnis des Truppenkörpers zu seinem Faktor durch einen Roheitsakt, der selbst bei sehr nachsichtigen Menschen nichts als Verurteilung findet. Als nämlich Simon den Härtel einmal auf die Reitschule besuchen kam, um daran zu erinnern, daß gestern der 1. Dezember gewesen sei, ließ Härtel den greisen Edelmenschen hinterrücks auf ein Pferd heben und longierte ihn eine halbe Stunde lang im Trab und Galopp auf beiden Händen.

Alles, was recht ist. Aber wie kommt ein so dienstfertiger, wirklich sehr anständiger Mensch dazu, sich longieren zu lassen?

Hätte übrigens alles noch nichts ausgemacht, denn Simon Deutscher war von den Ulanen, die vorher in Tarnopol gewesen waren, bei ähnlichen Gelegenheiten im Reiten genügend vorgebildet worden.

Doch Härtel bemühte sich, Simon Deutscher durch eingeschaltete Barrieren zum Abfall vom Väterglauben zu bewegen, und das ließ sich Simon nicht gefallen. Er kündigte dem ganzen Regiment den Kredit und bereitete so insbesondere den Herren Stabales manche bittere Stunde.

Härtel aber schwenkte mit fliegenden Fahnen auf den Sobieskiplatz ein: zu Aron Löffelgrapser und Srole Veilchenbauch.

Nach einem halben Jahr hatten seine Finanzoperationen zu einer vollkommenen Ablösung von der Basis geführt.


Um diese Zeit geschah es, daß der Korpskommandant Härtels Obersten rufen ließ und ihn bat, einen energischen, betriebsamen Offizier für den Posten des Personaladjutanten namhaft zu machen.

Dem Obersten von Dembski-Dragonern rühmt die Qualifikationsliste nicht umsonst ein rasches Erfassen gegebener Situationen nach. Mit einem Blick erkannte er die prachtvolle Gelegenheit, Härtel loszuwerden: Härtel ist ja ein geborener Personaladjutant; er ist witzig und spielt geradezu ideal Tarock; Vater ist Truchseß, Mutter Sternkreuzfixhagelordensdame; er hat eine Menge Bahnhofspinat — erst unlängst wieder gelegentlich der Durchfahrt des Schahs von Persien den Sonnigen Löwenorden an der Luftröhre. Härtel ist auch energisch und betriebsam, ganz wies der Korpskommandant verlangt hat. (Wer bei den bekannt diffizilen tarnopolitanischen Kreditverhältnissen in so kurzer Zeit so hohe Kontributionen aufbringen kann, ist betriebsam.) — Allerdings ist Härtel auch abominabel verschuldet. Aber ein halbes Jahr hält ers schon noch aus — und länger treibts der Korpskommandant auch nicht — mit seinem Sprachfehler. (Er kann mit den Schlachzizen1 nicht höflich sprechen.)

Also machte der Oberst Seiner Exzellenz den Härtel namhaft, redigierte Härtels Strafprotokoll auf ein menschliches Format, und Härtel wurde Personaladjutant.

Er brauchte nun mindestens einen neuen Helm und ein Band zum Großkreuz der Kriegsmedaille. Alles zusammen kostet fünfundvierzig Gulden. — Härtel beschloß, die Summe nach oben hin abzurunden und sich dreihundert auszuleihen. Auf Grund der neuen Ehrenstellung gelang der Pump bei Aron Löffelgrapser ohne Schwertstreich.

Am Tag nach Härtels Dienstantritt erschien Srole Veilchenbauch im Adjutantenzimmer und sprach vorwurfsvoll:

„Oi weh, von Sie hätt ach mr dos nix gedenkt, Herr vün Adjutantleben!“

„Wos hättst dü dr nix gedenkt, Srole?“ fragte Härtel mit ehrlicher Neugier.

„Nü, doß Se wern zu Löffelgrapsern gehn, zu ä soi ä Ganef.“

„Aber Sroleleben, mei Gold,“ rief Härtel, „bis zwaahündert Johr sollst de mr leben ün gesünd sein ün lauter Fraad haben mit dei Weib — — bist de meschugge? Wenn de bist eifersüchtig af dei Freund Löffelgrapsern, daß r mr hat geborgt Geld — nü, borg mir aach dreihündert Gülden zu antisemitische Perzenten — wer ach sein dein stets wohlaffektionierter Oberleutnant Baron Härtelleben.“

„Wie heißt Geld, Herr vün Adjutant? Ich soll Ihnen borgen? Sie sennen mr nix mehr güt for Geld. Wer mit Ganef Löffelgrapsern zu tün hat, is ah konträr ä vernichtete Exestenz. — Ich komm, Se sollen mr zürückgeben.“

„Srole — keine unanständige Eile, wenn ich bitten darf! Geld zürückgeben geb ach überhaupt nix, sondern ä pickfein Wechsele kännst de hoben.“

„Nü — wer ach mr auf Ehre zü helfen wissen. Ich wer gehn zü steigen züm Herrn vün Korpskommädanten, wer ach sehn, ob Se mr wern jo zürückgeben äs Geld.“

„Srole, dü kennst noch nix mei Seelenleben. Wenn de werst kümmen zü steigen zü mei Schef, wer ach dr müssen geben einünsiebezig Pätsch — fünewedreißig rechts — fünewedreißig links — ün aanen Patsch af de Nos — der Symmetrie wegen. Srole, es wär mr leid um dei Scheenheit.“

Aber es half nicht: Srole Veilchenbauch meldete sich stützig. Beim nächsten Donnerstagsempfang zeigte er den Oberleutnant Baron Härtel beim Exzellenzherrn an: 850 Kronen, sofort zahlbar.

Damals war der Krieg in Ostasien. Seine Exzellenz berechnete eben die Chancen eines Angriffes auf Moskau während des ostasiatischen Krieges, wobei Deutschland den Feind im Norden zu beschäftigen hätte — Rumänien, die englische Flotte und die Türkei sollten im Süden angreifen, die Perser aber einen Aufstand in Turkestan organisieren, um dem mit Japan verbündeten Armeekorps Seiner Exzellenz die Wege zu ebnen.

Der Besuch Srole Veilchenbauchs erschien dem Korpskommandanten unter diesen Umständen als lästige Störung. — „Herr Oberleutnant, bringen Sie die Angelegenheit binnen achtundvierzig Stunden ins reine“, sagte er und kehrte wieder zu seinen Karten zurück. Es handelte sich nämlich noch um eine Aktion der Tibetaner.

Binnen achtundvierzig Stunden? — Härtel jubelte innerlich auf. So lang hatte man ihm beim Regiment nie Zeit gelassen.

Er bat den Justizchef des Korps, einen armeebekannten Schotterkavalier, am Samstagmorgen tausend Kronen aufs Bureau zu bringen — in einer Stunde würden sie unbeschädigt wiedererstattet werden — und ging an diesem Morgen, mit den tausend Kronen bewaffnet, zu Srole.

„Srole, Ribiseln sollen dr wachsen im Dünndarm: da hast dü 850 Kronen.“

Srole wurde wachsbleich. — „Herr vün Adjutantleben — heunte is doch Schabbes?!!“

„Wos geht dos mich an? Ich bin ä Goj. Du hast dü 850 Kronen — schreib ä Quittung.“

„Herr vün Adjutantleben — Se wern doch en armen Menschen nix unglicklich machen? Oder wissen Se am End züfällig nix, doß ich bin ä Isralit? So sog ach Ihnen jetz: ich bin ä Isralit. — An Schabbes därfen mir ka Geld nix nemmen. Un schreiben doch scho gor nicht.“

Da grinste Härtel seine garstigste Fratze und sang:

„Sroleleben, wenn dü willst ka Geld nix nehmen, wer ach mrs nach Hause nehmen.“

Sang es, kehrte dem armen Srole schnöd den Rücken und meldete Seiner Exzellenz gehorsamst: der Gläubiger verweigere die Annahme des Schuldbetrages. — Seine Exzellenz stellte eben die Bocharen in sein Marschechiquier ein.
Dann aber vollführte Härtel eine der vernünftigsten Taten seines Lebens: er verfaßte eine Nänie an seinen Oheim. Er schrieb nicht um 850 Kronen, denn der Oheim pflegte nach alter Erfahrung nur die Hälfte zu bewilligen; er schrieb gleich um 1700.

Onkel Theobald hatte aber diesmal eine denkwürdig gute Stunde und wies 1700 an. Wahrhaftig, ganze 1700. Er irrte sich bloß und schickte statt der Kronen — Gulden2.

Oberleutnant Härtel brauchte drei geschlagene Stunden, es zu fassen. Leider wußte er das große Glück, das ihm in den Schoß gefallen war, nicht besser zu feiern als damit, daß er zwei Verhältnisse mit drei durchziehenden Chanteusen begann.

Und das kostete ihm 1900 Gulden bar3.


  1. Schlachzizen ist eine Bezeichnung für die Angehörigen des polnischen Kleinadels, die Szlachta. Sie spielten in Galizien politisch eine wesentliche Rolle. 
  2. Nach der Währungsreform von 1892 wurde der Gulden durch die Krone ersetzt, die dem Goldstandard unterlag. Dabei entsprachen zwei Kronen einem Gulden. Onkel Theobald weist also den beträchtlichen Betrag von 3400 Kronen statt der erhofften 850 an. 
  3. Um diesen Betrag konnte man schon Kirchenglocken gießen lassen oder den Jahreslohn für zwei ungelernte Arbeiter bezahlen. Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie Härtel dieses Kunststück zuwegegebracht hat. 
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Wenn der Postillon zweimal klingelt

Herrlich: Die Ruhrnachrichten dokumentieren, wie die Satireseite „Der Postillon“ durch Abdruck einer Realmeldung für Verwirrung bei Medienkritikern, Politikern und Journalisten gesorgt hat.

Freilich: Dass die deutsche Große Koalition sämtliche Unsitten der österreichischen Variante gleich zu Beginn nicht nur zu kopieren, sondern auch noch in deutscher Gründlichkeit zu übertreffen versucht, damit konnte ja niemand rechnen.

Also: Der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla soll tatsächlich zur Bahn wechseln, um dort in einen neu geschaffenem Portfeuille „langfristige Unternehmensstrategie und Kontakte zur Politik“ zu betreuen. Da wird nicht einmal mehr der Schein gewahrt, dass hier für einen wichtigen Posten zufällig der eigene Mann der einzig geeignete ist.

Ach ja: Hut ab vor der Reflektion einiger Journalisten wie etwa im Tagesspiegel. Dass soviele Menschen lieber an schlechte Recherche der Medien glauben wollten, liegt natürlich daran, dass es oft schlechte Recherche gibt. Freilich, auch das stimmt: „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche“ (F.W. Bernstein). Hier bei text42.de übrigens mehr zur Entstehungsgeschichte dieses Spruchs.

Woody Allen dreht Wolverine …

Ok, Woody Allen dreht nicht wirklich einen Wolverine-Film. Der Superheld aus dem Marvel-Verlag, dessen Namen man korrekt als „Vielfraß“ ins Deutsche übersetzt, hat zwar schon einige Auftritte in Filmen gehabt, entweder mit anderen X-Men oder alleine, doch immer bloß im Actionfach. Dabei hätte das doch mehr Potential! Ja, Klingen aus Händen ausfahren zu lassen, rapide Wundheilung, und eine Liebe zu einer Superheldin, die durch bloßen Hautkontakt die Erinnerungen des Gegenüber übernehmen und löschen kann – das ist doch der Stoff, aus dem Beziehungsfilme sind. Also doch: Woody Allen dreht Wolverine. Fast.

Ab 8. November kommt ein echter neuer Woody-Allen-Film in die österreichischen Kinos, „Blue Jasmine“. Cate Blanchett spielt die traurige Jasmine, in weiteren Rollen kann man z.B. Sally Hawkins als ihre Schwester Ginger und Alec Baldwin als Jasmines Ehemann Hal sehen. Hier der Trailer:

Und ein kurzer Bericht aus Deutschland zum Film:

Die Tragikomödie hat in den USA bereits großartige Kritiken erhalten, besonders Cate Blanchetts Leistung wird gewürdigt.

Hyperinflation im Jenseits

Ich blogge gerne über Wirtschaftsthemen und gerne über den Glauben, da darf dieses Cross-Over des US-Ökonomen und Kabarettisten Yoram Bauman nicht fehlen:

Leidet das Jenseits – die in einer sehr pessimistischen Sicht der Dinge von Bauman immer mit der Hölle und Unterwelt gleichgesetzt wird – unter einer Hyperinflation? Warum das so sein könnte, erklärt Bauman selbst in derselben Art, in der sonst neue wirtschaftswissenschaftliche Paper diskutiert werden.

Wer mehr vom „Stand-Up-Ökonomen“ sehen will, wird hier auf seinem Youtube-Channel fündig oder besucht seine Homepage standupeconomist.com. Bauman hat auch eine Comics-Einführung in die Ökonomie gemeinsam mit Grady Klein verfaßt, dessen erster Band mittlerweile sogar auf Deutsch erschienen ist. Vielleicht wird man damit ja wirklich „mit einem Comic zum Wirtschaftsweisen“, wie es der deutsche Buchtitel verspricht (der englische ist weniger hochtrabend).

(via Greg Mankiw)

Bordats Lexikon des Zeitgeists

In manchen Situation hilft nur mehr Galgenhumor. Den hat auch Josef Bordat, der Auszüge aus einem zwar nur imaginierten, aber dafür umso zutreffenderen Lexikon des Zeitgeists zugänglich macht.

Hier der erste Eintrag (anläßlich eines taz-Artikels), und hier das Stichwort „Katholizismus-Doppeldenk“. Kommt einem bekannt vor.

Eine sensationelle Entdeckung zu Pearl Harbor

Es hat sich ja in Europa und den USA weitgehend die Ansicht durchgesetzt, daß eine Meinungsäußerung dann abzulehnen ist, wenn jemand deswegen beleidigterweiße mordend und brandschatzend durch die Lande zieht; wenn jemand aber schwer getroffen ist, jedoch friedfertig, so ist die verletzende Meinungsäußerung durchaus erlaubt.

Die Obama-Administration hat im Fall des Sturms auf die US-Botschaft in Bengasi diese Position noch weitergesponnen und eine anscheinend länger geplante Attacke dem „berechtigen Volkszorn“ angelastet, um von eigenen Fehlern abzulenken. Mittlerweile ist diese Fehlinformation wie ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen, doch hat sie Peter Kirsanow zu einer kleinen Satire animiert, die einen völlig neuen Blick auf den Angriff auf Pearl Harbor 1941 eröffnet.

Ein Auszug:

Celebrated historian Bertram Oxley has uncovered a memorandum from former Japanese Emperor Hirohito to Admiral Yamamoto dated December 6, 1941, showing that the Japanese attack on Pearl Harbor was motivated by an offensive film made by Charlie Chaplin ridiculing Japanese cuisine. […] Thereafter, extremist elements within the Japanese military co-opted the spontaneous attack, transforming it into the overseas contingency operation sometimes referred to as ‘World War II.’

Kirsanow jongliert darin vergnügt mit US-Jargon; so ist „overseas contingency operation“ die offizielle Bezeichnung des US-Antiterrorkriegs unter der Präsidentschaft Barack Obamas — davor hatte er „War on Terror“ geheißen. Den ganzen Text gibt es hier. Nicht zu ernst nehmen – so gelungen ist er auch nicht –, aber er enthält doch ein Körnchen Wahrheit.

Fars, Farce und das irreführende Lob der Zwiebel

Wenn man gelobt wird, ist man oft für den Quell des Lobes blind. So erging es jedenfalls der iranischen Nachrichtenagentur Fars, die stolz berichtet hat, daß laut einer Gallup-Umfrage ein Großteil der US-Landbevölkerung europäischer Abstammung den iranischen Präsident Achamdinedschad ihrem eigenen Präsidenten vorziehen würde (siehe diesen Artikel der Irish Times).

Dumm nur, daß die Quelle des Berichts die Satire-Website „The Onion“ war, deren Spezialität absurde Artikel im Jargon amerikanischer Zeitungen sind, wie etwa ein Bericht über sprechende Kreditkarten oder einen Toyota Prius, der den ökologischen Fußabdruck des Fahrers auf Null reduziert.

Auf den Seiten der Fars wurde der Bericht mittlerweile gelöscht, doch bei den oben verlinkten Artikeln der Irish Times und des Onion kann man die Bildschirmfotos noch sehen. Zeilen wie „According to the same Gallup poll, 60 percent of rural whites said they at least respected that Ahmadinejad doesn’t hide the fact he’s a Muslim“, haben dem Redakteur von Fars anscheinend nicht verraten, daß etwas mit dem Artikel nicht stimmt, der dann leicht gekürzt auf Fars übernommen wurde.

PS: Kein Grund übrigens zur Überheblichkeit; ähnliches passiert heimischen Medien ohnehin am laufenden Band, siehe kobuk.at.