Eine Karte der Odyssee

Die Odyssee selbst und viele ihrer Elemente sind heute noch sprichwörtlich, wie etwa die Wahl zwischen Skylla und Charybdis; der betörende Sirenengesang; das Becircen. Die Erlebnisse des listenreichen Odysseus, der doch immer wieder in neue Schwierigkeiten gerät, sind märchenhaft und doch mit vielen Parallelen zu unseren Erfahrungen. So ist es auch mit der Geographie seiner Reise, die zwischen Ortskundigkeit und großer Phantasie schwankt und daher zu verschiedenen Verortungen der Handlung Anlass gegeben hat.

The Odyssey Map von Gisele Mounzer

The Odyssey Map von Gisele Mounzer

Eine populäre Anordnung der Orte der Odyssee kann man auf der „Odyssey Map“ sehen, die von Gisele Mounzer erstellt wurde. Eine schöne Art, der Reise des Odysseus zu folgen. (Ob eine Lokalisierung der Insel Aiaia, der Heimat der Circe, auf den Balearen vertretbar ist, weiß ich allerdings nicht.)

Eine andere Art besteht darin, das Buch von Armin Wolf (nicht der Journalist, sondern der Historiker) zu lesen. Darin beschreibt er die Hypothese, wie auf Grund akribischer Vergleiche der Reiseschilderungen der Odyssee mit nautischen Daten (die vor allem sein Bruder Hans-Helmut Wolf leistete) eine Reiseroute des Odysseus rund um Sizilien und quer über Kalabrien ausgesehen haben könnte. „Homers Reise: Auf den Spuren des Odysseus“ verfolgt dabei nicht den Ansatz, damit eine Historizität der Ereignisse zu behaupten, sondern will zeigen, dass Homer seinen Zuhörern eine Geschichte innerhalb des Horizonts der griechischen Welt erzählte. Ähnliches gelang ja auch überzeugend für die Illias.

Eulenzauber

Vor vielen Jahren habe ich Alan Garners „Eulenzauber“ gelesen, eine Paraphrase auf den vierten Zweig des alten walisischen Epos Mabinogion im Wales der Gegenwart. Der Gegenwart der Sechziger Jahre. Da war von Harry Potter und seinen modernen Epigonen noch keine Rede, und das merkt man dem Buch wohltuend an.

Geradezu dürr erzählt es von drei Jugendlichen, dem Mädchen Alison, ihrem Stiefbruder Roger und dem Sohn der Köchin, Gwyn, die für den Sommer in einem walisisches Tal zusammenkommen. Ein rätselhaftes Geschirrservice steht am Beginn einer Kette von Ereignissen, bei der sich Gegenwart und mythische Vergangenheit auf bedrohliche Weise vermischen.

Alan Garner wurde für diesen Roman mit der Carnegie Medal für das beste Kinderbuch eines britischen Autors ausgezeichnet, ebenso mit dem Guardian Children’s Fiction Prize.

Aber in der besten Tradition britischer Jugendliteratur ist dieses Werk nicht bloß für Pubertierende interessant, sondern auch für Erwachsene. Das Hereinbrechen der walisischen Mythen in die Realität ist völlig glaubwürdig geschildert, und macht zudem neugierig auf die übrigen Erzählungen aus dem Mabinogion. Auch nach vielen Jahren: Leseempfehlung.

Der Name der Rose: Drei Punkte, die mich magerln

Umberto Ecos „Der Name der Rose“ ist sicher einer der besseren Romane, die im Mittelalter angesiedelt sind. Eco spielt natürlich mit Klischees und arbeitet mit Anachronismen, die umso deutlicher werden, da er sich bemüht, einen authentisch klingenden Tonfall zu treffen. Doch wenn er augenzwinkernd die Hauptfigur Wittgenstein zitieren lässt, oder als Parellele zu Sherlock Holmes’ Watson den Gehilfen des ermittelnden Mönches Adson nennt, dann macht Eco klar, dass er mit Versatzstücken, Erwartungen und der Bildung des Lesers ein Spiel treibt. Das Mittelalters des Romans ist natürlich nicht das Mittelalter des 14. Jahrhunderts, sondern eine Projektion. Stephanie-Christina Kaiser hat das in einem Aufsatz an einigen Beispielen aufbereitet. Ein Roman will zudem eine Geschichte erzählen, der sich Details unterzuordnen haben. Beispielsweise hat keine Abtei des Mittelalters auch nur eine annähernd so gewaltige Bibliothek errichtet, vom Labyrinth ganz zu schweigen, doch für das Konzept des Romans ist das eben erforderlich.

Das vorausgeschickt, habe ich doch viele Jahre gebraucht, um zu bemerken, dass die Haupthandlung des Buches drei Schwächen hat, die gerade innerhalb der geschilderten Welt problematisch sind.

  1. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass sich die einzige Ausgabe einer Aristoteles-Schrift ausgerechnet in einer italienischen Abtei befindet.
  2. Selbstmord ist im Mittelalter keine Option. Angeordneter Selbstmord erst recht nicht. Es wird kein Grund angegeben, warum dies im projizierten Mittelalter des Romans anders sein soll.
  3. Der durchschnittliche mittelalterliche Intellektuelle hat zum Lachen und zum Humor eine ambivalente Haltung, doch gegen die Ansichten des Bibliothekars hätte es etliche zeitgenössische Argumente gegeben.

Aristoteles in Italien?

Aristoteles’ Werke waren im lateinischen Westen des frühen Mittelalters praktisch unbekannt. In den Wirren der Völkerwanderungszeit hatten gerade einmal die Übersetzungen und Kommentare des Boethius überlebt. Diese wurden mit Wiederaufleben des Schreibens und Lesens ab der Karolingik auch eifrig kopiert, rezipiert und auch übersetzt, z.B. um 1000 von Notker Labeo ins Deutsche. Griechische Originale waren unbekannt.

Eine breite Aristoteles-Rezeption begann erst über Spanien, wo arabische Aristoteles-Übersetzungen weiter ins Lateinische übertragen wurden. Bald bemühte man sich, bessere Übersetzungen durch direkten Zugriff auf griechische Quellen zu schaffen. Hier ist besonders Papst Urban IV. hervorzuheben, der solche Übersetzungen gefördert haben soll. Und Wilhelm von Moerbeke ist zu nennen, der auf Bitte des Thomas von Aquin viele Texte des Aristoteles vom Griechischen ins Lateinische übertrug.

Die „Lateinische Reiche“ in Griechenland, die nach der Eroberung Konstantinopels 1204 entstanden sind, mögen den Zugriff auf griechische Quellen erleichtert haben. Das ist aber pure Spekulation meinerseits.

Der mittelalterliche „Hype“ um Aristoteles hatte Ende des 12. Jahrhundertes begonnen und war im 13. Jahrhundert im vollen Gange. Dabei taten sich die Franziskaner als Gegner des Aristoteles, die Dominikaner als seiner Verteidiger hervor. Hätte eine Abtei in einer Zeit, in der die Verbreitung der Schriften des Aristoteles sogar vom Papst gefördert wurde, den unwahrscheinlichen Fall zu vermelden gehabt, dass sie eine Aristoteles-Schrift als einzige (!) besäße, so hätte das ungeheures Prestige bedeutet.

Nebenbei musste der mittelalterliche Bibliothekar das Herz haben, unliebsame Bücher zu recyclen, weil Schreibwaren exorbitant teuer waren. Wer also ein Buch nicht brauchen konnte, der schabte es einfach ab und verwendete die freien Pergamente für ein neues Buch.

Selbstmord ist keine Option

Gerade einem Mönch Selbstmord als Ausweg suchen zu lassen, widerspricht den Überzeugungen jener Zeit. Selbstmord als Ausweg anzuordnen, wie es dem Bibliothekar geschieht, erst recht. In der Passion kann sich selbst der Schächer noch retten, weil er sich vor dem Tode zu Christus bekennt; der Selbstmörder Judas Iskariot aber begibt sich jeder Möglichkeit der Reue und Umkehr und scheidet mit einer Untat aus der Welt. Freilich gab es im Mittelalter Selbstmorde — aber sie haben in der Umgebung blankes Entsetzen hervorgerufen.

Bernard Gui lacht

William von Baskerville, die Hauptfigur des „Namens der Rose“ mit dem ironischen Sherlock-Holmes-haften Namen, hätte gegen den blinden Bibliothekar Jorge von Burgos1 mächtigere Argumente zur Hand gehabt, als er im Buch verwendet.

Verhöhnen, Spott und derbe Scherze, die im Mittelalter recht verbreitet waren, entsprechen nicht gerade dem christlichen Ideal. Und schallendes Gelächter ist mit dem Ideal eines ausgelichenen, ruhigen, in Gott versunkenen Menschen wohl nicht vereinbar. Zudem ist Lachen oft ein Auslachen – keine christliche Tugend.

Und doch hat etwa Bernard Gui festgestellt, dass jeder rechtschaffene Mensch zumindest einmal am Tag gescherzt haben sollte. Ja, der Bernard Gui, dessen Name bei Umberto Eco für den bösartigen Rivalen des William von Baskerville herhalten muss, der mit untauglichen Mitteln ebenfalls versucht, die Verbrechen zu klären und dabei drei Menschen den Tod bringt. Der echte Bernard Gui war ein sehr geschätzter, sehr gebildeter Mensch, der auch ein reiches historisches und hagiographisches Oeuvre hinterlassen hat. Und eben diese Weisheit.

Auch Thomas von Aquin — über den Bernard Gui eine Biographie verfasst hat — wusste vom grundsätzlichen Wert von Scherz und Spiel, wenn es in rechtem Maß betrieben würde. In der Summa Theologiae bemüht er eine Geschichte des hl. Johannes des Evangelisten, der mit seinen Schülern gespielt habe. Als ihn einige Leute deswegen rügten, fragte er zu einem der Leute, der einen Bogen trug, ob er ein paar Pfeile schießen könnte. Das tat der. Darauf fragte Johannes, ob er das ununterbrochen weiter tun könne. Das verneinte der Mann, weil dann der Bogen bräche. So sei es auch mit dem Geist, der hin und wieder Entspannung brauche, soll darauf Johannes erläutert haben.

Ja, für kontemplative Mönche sind übermäßige Gefühlsregungen zu meiden. Wer nichts Unnötiges schwätzen soll, wie es die Benediktsregel fordert, soll wohl auch keine Witze erzählen. (Noch dazu, wo der Witz jener Zeit eher selten die feine Klinge war.) Geschwätz, das zum Lachen reizt, soll gemieden werden. Doch schreibt Benedikt in den Ordensregel über die Stufen der Demut, dass — in einer der höchsten Stufen! — der Mönch nicht leicht und rasch ins Lachen verfallen soll. Auch soll er ruhig und demütig, ohne Geschrei und ohne Lachen reden. Aber „nicht leicht und rasch“ heißt eindeutig nicht: „nie“.

Wie der Abt von Engelberg, Christian Mayer OSB, erklärt:

„Ordensgründer Benedikt verbietet das Lachen nicht. Was er nicht will, ist oberflächliches Lachen. Ein Lachen, das aus dummen Witzen, herablassendem Gespräch über andere oder aus Langeweile entspringt. Das wohlwollende Lächeln, das gütige Schmunzeln oder auch das herzhafte Lachen gehören zum Klosteralltag dazu. Benedikt schreibt im vierten Kapitel über die ‚Werkzeuge der geistlichen Kunst‘: ‚Seinen Mund vor bösem und verkehrtem Reden hüten. Das viele Reden nicht lieben. Leere oder zum Gelächter reizende Worte meiden. Häufiges oder ungezügeltes Gelächter nicht lieben.‘ Sie sehen, er vermiest uns also nicht das Lachen an sich.“

Freilich: Im frühen Mittelalter war die Identifizierung von Lachen mit Spott, Hohn und Auslachen sehr stark. Viele Texte schärften den Mönchen daher ein, auf Lachen zu verzichten, wobei die Textwendungen jeweils deutlich machen, das oft die dahintersteckende Selbstüberhebung und Maßlosigkeit als Problem gesehen wird.

Die Unterscheidung in gutes, fröhliches und schlechtes, abwertendes Lachen hatte aber die Scholastik gerade im 13. Jahrhundert wiederentdeckt und wäre daher 1327 den gebildeten Kontrahenten mehr als geläufig gewesen. Dabei konnten die Scholastiker auch auf die Bibel zurückgreifen, in der sich beide Formen des Lachens finden.

Schließlich geht das sogenannte Osterlachen mindestens bis ins 14. Jahrhunder zurück: Der Brauch, dass der Priester zu Ostern in der Predigt eine erheiternde Geschichte erzählt, um die Freude über Ostern noch einmal sinnfällig zum Ausdruck zu bringen. Dabei wurde auch öfter der Leibhaftige verspottet, wie es der blinde Bibliothekar im „Namen der Rose“ fürchtet. Offenbar glaubte schon im 14. Jahrhundert niemand, dass Lachen über den Versucher zur Gottlosigkeit führen würde. Der Ernst der Aufklärung hat diesen Brauch allerdings wieder aus den Kirchen verbannt, in den protestantischen Gebieten bereits die Reformation, die mit Scherzen in der Kirche nichts anfangen konnte.


  1. Eine Anspielung auf Jorge Luis Borges, selbst Direktor der Argentinischen Nationalbibliothek und Autor u.a. der berühmten „Bibliothek von Babel“ 

Härtel und die Faktoren

Roda Roda (gezeichnet von Olaf Gulbransson)

Roda Roda (gezeichnet von Olaf Gulbransson)

Auf diesem Blog geht es oft sehr ernst zu. Zum Faschingsende soll eine kleine Geschichte des österreichischen Schriftstellers Roda-Roda daran erinnern, dass man die Episoden des Lebens auch heiter-gelassen betrachten kann. Roda-Roda ist vor allem für seine augenzwinkernden Erzählungen aus der k.u.k. Monarchie bekannt, die vielfach imitiert wurden. Es ist aber nicht leicht, diesen Tonfall zu treffen, der immer in gewisser Sympathie für die Betroffenen bleibt, aber doch recht hintergründig ist. Roda-Roda musste, wie so viele, 1938 vor dem Einmarsch Hitlers auf Grund seiner jüdischen Wurzeln flüchten, zuerst in die Schweiz, dann in die USA. Er starb 1945 und konnte seine Heimat nicht mehr wiedersehen. Aber genug der Worte, lassen wir den Meister selbst zu Wort kommen:

Härtel und die Faktoren

Härtel zu Härtefeld, Karl Freiherr von, ist k. und k. Kämmerer und Oberleutnant bei Dembski-Dragonern Nr. 17.

Der Faktor (Mehrzahl: Faktoren) ist eine Zahl, die multipliziert werden soll — oder auch, in übertragenem Sinn, eine von jenen Ursachen, deren viele zusammenwirken müssen, um ein bestimmtes Ergebnis herbeizuführen.

Hingegen ist der Faktor (Mehrzahl: Faktorkes) ein Untertan Seiner Majestät, des Königs von Galizien und Lodomerien, lebt in ungezählten Exemplaren östlich der Kultur und hilft allen, die dahin verschlagen werden, den Kampf ums polnische Dasein fechten.

Wenn man nach Galizien versetzt wird, erwartet einen der Faktor an der Bahn. Er grüßt höflich und geleitet einen zum Wagen; zu seinem Wagen.

Man möchte ins Hotel fahren: aber der Faktor hat einem schon die Wohnung besorgt. Man will Möbel kaufen: aber der Faktor hat sie schon — auf heute — bestellt. Man will sich schlafen legen: der Faktor sagt, es schicke sich, in der Offiziermenage vorzusprechen.

Er hat auch schon über den Abend verfügt und zieht ein Theaterbillett aus der Tasche. Er wartet vor dem Chantant und bringt einen nach Haus, „weil mä sich doch noch nix auskennt“.
Das ist der Faktor.


In Tarnopol, Gertrudigasse Nr. 17, wohnt Simon Deutscher, die Seele von einem Menschen. Ein wahrer Vater jedes Kavallerieregiments, das just in Tarnopol liegt. Er zöge sein letztes Hemd aus und borgte es her — wenn jemand gerade auf Simon Deutschers Hemd Wert legte — borgte es her auf einfachen Bon und ohne Giranten.

Bei Dembski-Dragonern war die Sache besonders idyllisch, weil sie doch Nr. 17 haben und Simon Deutscher auch. Sie ernannten ihn zu ihrem zweiten Inhaber und schrieben sich statt „Feldmarschalleutnant von Dembski Nr. 17“ einfach „Dragonerregiment Simon Deutscher, Tarnopol, Gertrudigasse Nr. 17“.

Leider störte eines Tages Oberleutnant Baron Härtels jugendlicher Übermut das innige Verhältnis des Truppenkörpers zu seinem Faktor durch einen Roheitsakt, der selbst bei sehr nachsichtigen Menschen nichts als Verurteilung findet. Als nämlich Simon den Härtel einmal auf die Reitschule besuchen kam, um daran zu erinnern, daß gestern der 1. Dezember gewesen sei, ließ Härtel den greisen Edelmenschen hinterrücks auf ein Pferd heben und longierte ihn eine halbe Stunde lang im Trab und Galopp auf beiden Händen.

Alles, was recht ist. Aber wie kommt ein so dienstfertiger, wirklich sehr anständiger Mensch dazu, sich longieren zu lassen?

Hätte übrigens alles noch nichts ausgemacht, denn Simon Deutscher war von den Ulanen, die vorher in Tarnopol gewesen waren, bei ähnlichen Gelegenheiten im Reiten genügend vorgebildet worden.

Doch Härtel bemühte sich, Simon Deutscher durch eingeschaltete Barrieren zum Abfall vom Väterglauben zu bewegen, und das ließ sich Simon nicht gefallen. Er kündigte dem ganzen Regiment den Kredit und bereitete so insbesondere den Herren Stabales manche bittere Stunde.

Härtel aber schwenkte mit fliegenden Fahnen auf den Sobieskiplatz ein: zu Aron Löffelgrapser und Srole Veilchenbauch.

Nach einem halben Jahr hatten seine Finanzoperationen zu einer vollkommenen Ablösung von der Basis geführt.


Um diese Zeit geschah es, daß der Korpskommandant Härtels Obersten rufen ließ und ihn bat, einen energischen, betriebsamen Offizier für den Posten des Personaladjutanten namhaft zu machen.

Dem Obersten von Dembski-Dragonern rühmt die Qualifikationsliste nicht umsonst ein rasches Erfassen gegebener Situationen nach. Mit einem Blick erkannte er die prachtvolle Gelegenheit, Härtel loszuwerden: Härtel ist ja ein geborener Personaladjutant; er ist witzig und spielt geradezu ideal Tarock; Vater ist Truchseß, Mutter Sternkreuzfixhagelordensdame; er hat eine Menge Bahnhofspinat — erst unlängst wieder gelegentlich der Durchfahrt des Schahs von Persien den Sonnigen Löwenorden an der Luftröhre. Härtel ist auch energisch und betriebsam, ganz wies der Korpskommandant verlangt hat. (Wer bei den bekannt diffizilen tarnopolitanischen Kreditverhältnissen in so kurzer Zeit so hohe Kontributionen aufbringen kann, ist betriebsam.) — Allerdings ist Härtel auch abominabel verschuldet. Aber ein halbes Jahr hält ers schon noch aus — und länger treibts der Korpskommandant auch nicht — mit seinem Sprachfehler. (Er kann mit den Schlachzizen1 nicht höflich sprechen.)

Also machte der Oberst Seiner Exzellenz den Härtel namhaft, redigierte Härtels Strafprotokoll auf ein menschliches Format, und Härtel wurde Personaladjutant.

Er brauchte nun mindestens einen neuen Helm und ein Band zum Großkreuz der Kriegsmedaille. Alles zusammen kostet fünfundvierzig Gulden. — Härtel beschloß, die Summe nach oben hin abzurunden und sich dreihundert auszuleihen. Auf Grund der neuen Ehrenstellung gelang der Pump bei Aron Löffelgrapser ohne Schwertstreich.

Am Tag nach Härtels Dienstantritt erschien Srole Veilchenbauch im Adjutantenzimmer und sprach vorwurfsvoll:

„Oi weh, von Sie hätt ach mr dos nix gedenkt, Herr vün Adjutantleben!“

„Wos hättst dü dr nix gedenkt, Srole?“ fragte Härtel mit ehrlicher Neugier.

„Nü, doß Se wern zu Löffelgrapsern gehn, zu ä soi ä Ganef.“

„Aber Sroleleben, mei Gold,“ rief Härtel, „bis zwaahündert Johr sollst de mr leben ün gesünd sein ün lauter Fraad haben mit dei Weib — — bist de meschugge? Wenn de bist eifersüchtig af dei Freund Löffelgrapsern, daß r mr hat geborgt Geld — nü, borg mir aach dreihündert Gülden zu antisemitische Perzenten — wer ach sein dein stets wohlaffektionierter Oberleutnant Baron Härtelleben.“

„Wie heißt Geld, Herr vün Adjutant? Ich soll Ihnen borgen? Sie sennen mr nix mehr güt for Geld. Wer mit Ganef Löffelgrapsern zu tün hat, is ah konträr ä vernichtete Exestenz. — Ich komm, Se sollen mr zürückgeben.“

„Srole — keine unanständige Eile, wenn ich bitten darf! Geld zürückgeben geb ach überhaupt nix, sondern ä pickfein Wechsele kännst de hoben.“

„Nü — wer ach mr auf Ehre zü helfen wissen. Ich wer gehn zü steigen züm Herrn vün Korpskommädanten, wer ach sehn, ob Se mr wern jo zürückgeben äs Geld.“

„Srole, dü kennst noch nix mei Seelenleben. Wenn de werst kümmen zü steigen zü mei Schef, wer ach dr müssen geben einünsiebezig Pätsch — fünewedreißig rechts — fünewedreißig links — ün aanen Patsch af de Nos — der Symmetrie wegen. Srole, es wär mr leid um dei Scheenheit.“

Aber es half nicht: Srole Veilchenbauch meldete sich stützig. Beim nächsten Donnerstagsempfang zeigte er den Oberleutnant Baron Härtel beim Exzellenzherrn an: 850 Kronen, sofort zahlbar.

Damals war der Krieg in Ostasien. Seine Exzellenz berechnete eben die Chancen eines Angriffes auf Moskau während des ostasiatischen Krieges, wobei Deutschland den Feind im Norden zu beschäftigen hätte — Rumänien, die englische Flotte und die Türkei sollten im Süden angreifen, die Perser aber einen Aufstand in Turkestan organisieren, um dem mit Japan verbündeten Armeekorps Seiner Exzellenz die Wege zu ebnen.

Der Besuch Srole Veilchenbauchs erschien dem Korpskommandanten unter diesen Umständen als lästige Störung. — „Herr Oberleutnant, bringen Sie die Angelegenheit binnen achtundvierzig Stunden ins reine“, sagte er und kehrte wieder zu seinen Karten zurück. Es handelte sich nämlich noch um eine Aktion der Tibetaner.

Binnen achtundvierzig Stunden? — Härtel jubelte innerlich auf. So lang hatte man ihm beim Regiment nie Zeit gelassen.

Er bat den Justizchef des Korps, einen armeebekannten Schotterkavalier, am Samstagmorgen tausend Kronen aufs Bureau zu bringen — in einer Stunde würden sie unbeschädigt wiedererstattet werden — und ging an diesem Morgen, mit den tausend Kronen bewaffnet, zu Srole.

„Srole, Ribiseln sollen dr wachsen im Dünndarm: da hast dü 850 Kronen.“

Srole wurde wachsbleich. — „Herr vün Adjutantleben — heunte is doch Schabbes?!!“

„Wos geht dos mich an? Ich bin ä Goj. Du hast dü 850 Kronen — schreib ä Quittung.“

„Herr vün Adjutantleben — Se wern doch en armen Menschen nix unglicklich machen? Oder wissen Se am End züfällig nix, doß ich bin ä Isralit? So sog ach Ihnen jetz: ich bin ä Isralit. — An Schabbes därfen mir ka Geld nix nemmen. Un schreiben doch scho gor nicht.“

Da grinste Härtel seine garstigste Fratze und sang:

„Sroleleben, wenn dü willst ka Geld nix nehmen, wer ach mrs nach Hause nehmen.“

Sang es, kehrte dem armen Srole schnöd den Rücken und meldete Seiner Exzellenz gehorsamst: der Gläubiger verweigere die Annahme des Schuldbetrages. — Seine Exzellenz stellte eben die Bocharen in sein Marschechiquier ein.
Dann aber vollführte Härtel eine der vernünftigsten Taten seines Lebens: er verfaßte eine Nänie an seinen Oheim. Er schrieb nicht um 850 Kronen, denn der Oheim pflegte nach alter Erfahrung nur die Hälfte zu bewilligen; er schrieb gleich um 1700.

Onkel Theobald hatte aber diesmal eine denkwürdig gute Stunde und wies 1700 an. Wahrhaftig, ganze 1700. Er irrte sich bloß und schickte statt der Kronen — Gulden2.

Oberleutnant Härtel brauchte drei geschlagene Stunden, es zu fassen. Leider wußte er das große Glück, das ihm in den Schoß gefallen war, nicht besser zu feiern als damit, daß er zwei Verhältnisse mit drei durchziehenden Chanteusen begann.

Und das kostete ihm 1900 Gulden bar3.


  1. Schlachzizen ist eine Bezeichnung für die Angehörigen des polnischen Kleinadels, die Szlachta. Sie spielten in Galizien politisch eine wesentliche Rolle. 
  2. Nach der Währungsreform von 1892 wurde der Gulden durch die Krone ersetzt, die dem Goldstandard unterlag. Dabei entsprachen zwei Kronen einem Gulden. Onkel Theobald weist also den beträchtlichen Betrag von 3400 Kronen statt der erhofften 850 an. 
  3. Um diesen Betrag konnte man schon Kirchenglocken gießen lassen oder den Jahreslohn für zwei ungelernte Arbeiter bezahlen. Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie Härtel dieses Kunststück zuwegegebracht hat. 

Salomon Ritter von Mosenthal: Ein erfolgreich vergessener Dramatiker

Salomon Hermann von Mosenthal. (Bildarchiv Austria)

Salomon Hermann von Mosenthal. (Bildarchiv Austria)


Wer kennt heute noch Salomon Hermann Ritter von Mosenthal (*1821 † 1877)? Träger des Franz-Josephs-Ordens und des Ordens der Eisernen Krone, Vizepräsident der Gesellschaft der Musikfreunde, im 19. Jahrhundert einer der international erfolgreichsten deutschsprachigen Dramatiker. 140 Jahre nach seinem Tod ist der einst vielgespielte Dichter weitgehend vergessen. Und doch ist er immer noch auf den Bühnen präsent, denn das Libretto der „Lustigen Weiber von Windsor“ stammt aus seiner Feder. Dieses von Otto Nicolai, dem Gründer der Wiener Philharmoniker, vertonte Werk erfreut sich weiterhin einiger Beliebtheit auch über den deutschen Sprachraum hinaus, wie man etwa der Operabase entnehmen kann.

Und noch ein zweites Werk wird wieder öfter gelesen, seine „Erzählungen aus dem jüdischen Familienleben“. Diese schöpfen aus den Erinnerungen an seiner Kinder- und Jugendzeit in Kassel und schildern kleine und größere Begebenheiten in einer eingängigen Sprache. Mosenthal wendet sich dabei an Nichtjuden, sodass man auch ohne tiefere Kenntnisse des Judentums die Geschichten lesen kannm, und hat mit diesen schon zu seiner Zeit gut aufgenommenem Buch ein wertvolles Zeugnis jüdischer Lebensart in den Kleinstädten hinterlassen. Der Wallstein-Verlag hat dieses Buch 2001 dankenswerterweise wieder aufgelegt.

Der jüdische Literat und Dramatiker stammte aus einer verarmten Kaufmannsfamilie. „Er hat sich aus kümmerlichen Verhältnissen heraufgearbeitet“, beschrieb es der Wiener Kritikerpapst Eduard Hanslick nicht ohne Wohlwollen. Trotz der Armut konnte er auf Initiative der Mutter hin das Gymnasium in seiner Geburtsstadt Kassel besuchen, später auch das polytechnische Institut Karlsruhe, den Vorläufer der heutigen Technischen Universität. Schon als Schüler versuchte er sich schriftstellerisch, wie uns das Biographische Lexikon des Kaisertums Österreichs blumig wissen lässt:

Bereits als Gymnasialschüler dichtete er, und diese Erstlinge seiner Muse hat M. in die später erschienene Sammlung seiner Gedichte als „Primula veris“ aufgenommen. Als Zögling des Karlsruher Polytechnicums kam er mit mehreren Sängern der schwäbischen Schule, mit Justinus Kerner und Gustav Schwab, in nähere Berührung, so daß es dem strebsamen talentvollen Jünglinge auf der betretenen poetischen Bahn an Ermunterung nicht fehlte; auch öffneten ihm zwei der besten schöngeistigen Blätter jener Periode, Dingelstedt’s „Salon“ und Lewald’s „Europa“, ihre Spalten, und eine in letzterer anonym abgedruckte Novelle: „Die kleine Amaryll [!] und der blonde Ruprecht“, welche des damals in Athen lebenden Dichters Geibel Interesse erweckte, bildete den Anknüpfungspunct späterer freundlicher Beziehungen zwischen beiden Poeten.

Die genannte Novelle des 19jährigen, die in Wahrheit „Die schöne Almaril und der blonde Rupprecht“ heißt, kann man dank Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek heute wieder recht einfach lesen.

Mehr Schöngeist denn Techniker, verließ Mosenthal das Polytechnikum und kam 1841/42 als Erzieher im Hause Goldschmidt nach Wien. Dort knüpfte er bald wieder Kontakte zu Schriftstellern, glänzte in kleinerem Rahmen durch Gedichte und andere Werke und bekam schließlich die Gelegenheit, für Otto Nicolai Shakespeares „Die lustigen Weiber von Windsor“ für ein Libretto einzurichten und im Theater an der Wien sein Bühnenstück „Der Holländer Michel“ zu platzieren. Seine Arbeit wurde geschätzt, und er konnte in rascher Folge weitere Theatererfolge feiern.

„Deborah“ © Wallstein-Verlag

„Deborah“ © Wallstein-Verlag

Dabei ist besonders das Volksstück „Deborah“ hervorzuheben. Am Burgtheater zuerst abgelehnt, wurde das Drama um eine vor Pogromen fliehende, neuerlich in eine gefährliche Situation geratende Jüdin Deborah von Hamburg ausgehend ein durchschlagender internationaler Erfolg. Mosenthal gelang eine Figurenzeichnung und Handlungsführung, die beim überwiegend nichtjüdischen Publikum Anteilnahme und Interesse für die Situation der Minderheit wecken konnte. Das Stück wurde in New York und Kapstadt gespielt, in Russland und Frankreich, wie das Biographische Lexikon festhält. Auch „Deborah“ ist übrigens im Wallstein-Verlag neu aufgelegt worden.

Mosenthal verfasste mehrere Opernlibretti, wofür ihm besonderes Geschick attestiert wurde. „Die lustigen Weiber“ wurden schon erwähnt. Es sei auch „Die Königin von Saba“ genannt, deren Buch er für Karl Goldmark schrieb. Die Oper war bis zur NS-Zeit auf den Spielplänen präsent, wurde durch deren Kulturpolitik aber offenbar erfolgreich aus dem Opernleben getilgt. In Budapest gibt es übrigens von 18. bzw. 20. Mai 2017 eine der seltenen Gelegenheiten, das Werk zu sehen — da Goldmark ein Ungar war, wird sein Erbe dort noch gepflegt. Die Aufführung erfolgt in deutscher Sprache mit ungarischen Übertiteln. Auch das „Goldene Kreuz“, zu dem Mosenthal das Libretto und Ignaz Brüll die Musik schrieb, war ein großer Erfolg.

Obwohl aus Kassel, erwies er sich übrigens als echter österreichischer Autor, indem er ab 1850 im Staatsdienst arbeitete. Nämlich im Unterrichtsministerium, wo er 1864 die Leitung der Bibliothek übernehmen durfte und im Laufe seiner Karriere zum Regierungsrat befördert wurde. Dass das Ministerium für Unterricht und Kultus den Juden Mosenthal eine Stelle gab, war durchaus eine kleine Sensation, wie das Biographische Lexikon vermerkte, und zeigt, welche Wertschätzung seine Arbeit damals genoß. Damit konnte er wohl auch seiner Frau Lina die nötige Sicherheit bieten, so dass er 1851 heiraten konnte. Die von ihm überaus geliebte Gattin verstarb überraschend 1862; diesen Schmerz hat er nicht mehr überwunden und blieb alleinstehender Witwer, wie Eduard Hanslick eindrücklich schildert: Offenbar flüchtete er sich u.a. in übermäßigen Zigarettenkonsum, da er sich dann nicht allein vorgekommen sei.

Mosenthal starb mit 56 Jahren. Sein Eintrag in der Allgemeinen Deutschen Biographie von 1885 schließt daher eindringlich: „Manches konnte man von M. noch erwarten, seine Laufbahn war nicht durchmessen, er ist vorzeitig abberufen worden.“

Seine Zeitgenossen hatten sogar noch mehr erhofft — wir müssen erst wieder entdecken, was der effektvolle Dramatiker und Librettist hinterlassen hat.

USA: Gebundene Bücher überholen E-Books

Ein gebundenes BuchAls ich zu bloggen begonnen habe, waren E-Books gerade die Zukunft des Lesens. Jetzt sind sie ein Teil der Gegenwart des Lesens, doch das gedruckte Buch hat sich allen Unkenrufen zum Trotz gut gehalten.

In den USA, quasi dem Mutterland des elektronischen Buches, waren 2016 die Verkäufe gebundener Bücher erstmals seit 2012 wieder höher als diejenigen an E-Books. Hardcover-Verkäufe legten um 5% auf 188 Millionen zu, während E-Book-Verkäufe um 16% auf unter 180 Millionen zurückgingen. Das berichtet Publisher’s Weekly.

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen ist ein Buch grundsätzlich ein gutes Produkt: Sofort einsatzbereit, haptisch, lagerfähig, stromlos. Allerdings kann es schwer sein.

E-Books-Käufer schwören aber, soweit man weiß, weniger auf das Gewicht, sondern vor allem auf den niedrigeren Preis bei E-Books. Das ist in Deutschland und Österreich wegen der Buchpreisbindung ohnehin kein Thema. In den USA waren E-Books dagegen deutlich günstiger als gedruckte Bücher, was ja auch angesichts deutlich niedrigerer Produktionskosten logisch erscheint.

Doch Amazon hat mittlerweile den Großteil des US-E-Book-Marktes in der Hand und nutzt seine Stellung für entsprechende Preise. Der Preisunterschied ist also deutlich zurückgegangen, insbesondere gegenüber Taschenbüchern, die dank der Fortschritte in Gestaltungs- und Produktionstechnik ebenfalls günstiger herzustellen sind als noch vor einigen Jahren.

Es können allerdings viele Buch- und E-Book-Verkäufe von den Marktforschern gar nicht mitgezählt werden, nämlich die vielen im „Eigenverlag“ über Amazon und andere Quellen vertriebenen Werke. Die Zahlen sind mit einer gewissen Vorsicht zu genießen.

Trotzdem kann man schon sagen, dass das E-Book eine Ergänzung der Medienkanäle gebracht hat, aber offenbar (noch?) weit davon entfernt ist, das Buch vollständig zu ersetzen.

Die Bestseller der Vergangenheit

Wie gut sind die erfolgreichen Romane der Vergangenheit gealtert? Dieser Frage stellt sich Linda Aragoni in ihrem Projekt „Great Penformances“. Darin nimmt sie sich die Jahresbestseller der USA von 1900 bis 1969 vor, wie sie im Branchenblatt „Publisher’s Weekly“ veröffentlicht wurden. Insgesamt wohl rund 800 Romane1.

Ihre kurzen, natürlich sehr subjektiven Buchkritiken machen tatsächlich Lust, sich mehr mit den Erfolgsbüchern vergangener Tage zu beschäftigen. Darunter ab und zu ein noch heute bekanntes Werk wie „Im Westen nichts Neues“, „Vom Winde verweht“ oder „Der Pate“. Und dazwischen vieles, das im Wesentlichen vergessen ist. Das sind sie spannendsten Besprechungen!

Übrigens finden sich in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg mit Büchern von Erich Maria Remarque, Hans Fallada und Franz Werfel auch ursprünglich deutschsprachige Werke in den Bestsellerlisten. Nach dem zweiten Weltkrieg haben es nur noch vereinzelt im Original fremdsprachige Werke wie Dr. Schiwago oder Der Leopard auf die vorderen Verkaufsplätze geschafft.

Heuer wird Aragoni ihr 2007 begonnenes Projekt voraussichtlich mit den Besprechungen der Bestseller der Jahre 1907, 1917, 1927 und 1967-1969 abschließen können.

Für Österreich wäre so ein Projekt weitaus schwerer durchzuführen. Es mangelt schon einmal an entsprechend weit zurückliegenden Verkaufslisten des Buchhandels. Nationalsozialismus und zweiter Weltkrieg liegen als schwerer Schatten auf mehreren Jahren, die wohl auszuscheiden wären. Trotzdem wäre es nicht uninteressant, ob nicht auch im deutschsprachigen Raum etwas Ähnliches realisierbar wäre.


  1. Manche Romane waren in mehreren Jahren Jahresbestseller, weswegen die Gesamtzahl der Bücher weniger als 840 beträgt.