Das Nokia-Handy kehrt zurück

Nokia 6 Werbeaufnahme © HMD

Nokia 6 Werbeaufnahme © HMD

Der Niedergang der Mobiltelephon-Sparte, der ihm Verkauf an Microsoft gipfelte, wird wohl nicht als ruhmreiches Kapitel in die Firmengeschichte Nokias eingehen. Doch das Unternehmen hat sich erfolgreich als Netzwerkspezialist quasi neuerfunden und mittlerweile den ehemaligen Rivalen Alcatel-Lucent geschluckt. Und so, wie Alcatel seinen Markennamen für Mobiltelephone an das chinesische TCL lizenziert hat, so hat auch Nokia dem finnischen Startup HMD einen Lizenzvertrag für Mobiltelephone abgeschlossen, der aber auch einiges mehr umfasst. Da HMD zu einem Gutteil aus ehemaligen Nokia-Mitarbeitern besteht, ist auch stilistisch eine gewisse Kontinuität zu erwarten.

Das erste Gerät, das Nokia 6, ist bereits in China am Markt. Ein solides Android-Mittelklassegerät mit gut auflösender Front- und Rückseiten-Kamera, 64 GB internem Speicher plus SD-Kartenplatz, normaler Kopfhörerbuchse und USB-To-Go, d.h. man könnte auch externe Festplatten und andere Peripheriegeräte am Handy anschließen.

Der Name zieht jedenfalls noch: Die erste Lieferung war in kürzester Zeit ausverkauft.

Nun kündigen sich für den Mobile World Congress Ende Februar in Barcelona weitere Neuigkeiten an; Das Nokia 6 kommt nach Europa, die kleineren Geschwister Nokia 3 und Nokia 5 sollen vorgestellt werden und zudem eine Hommage an das quasi unzerstörbare Nokiahandy 3310 das Licht der Welt erblicken, so der Vorbericht von venturebeat.

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Forbes: Wie Nokia es Elop schmackhaft machte, das Unternehmen zu ruinieren

Die Strategie Nokias unter der Führung Stephen Elops wurde hier und andernorts schon mehrfach heftig kritisiert. Das Ergebnis seiner Tätigkeit ist bekanntlich, dass sich Nokia aus dem Privatkundengeschäft zurückzieht und seine Mobilgerätesparte an Microsoft verkauft — zu einem Bruchteil des Wertes, den diese Sparte bei Amtsantritt Elops hatte.

Nun wurden Details von Elops Vertrag als CEO Nokias bekannt, die nicht nur „Forbes“ die Frage stellen lassen: Wie unfähig war Nokias Verwaltungsrat eigentlich?. Denn im Unterschied zu Elops Vorgängers enthielt sein Vertrag eine Klausel, dass er im Falle einer Änderung der Eigentumsverhältnisse etwa durch Verkauf eines Teils Nokias einen sofortigen Bonus auf Grund steigender Aktienkurse erhalten würde. Dieser beträgt nun 25 Millionen US$, die angesichts seines eher bescheidenen Erfolgs als Geschäftsführer sehr üppig sind.

Tero Kuittinen berichtet für Forbes, dass diese Klausel dann den besten Ertrag versprach, wenn der Aktienkurs zuerst deutlich fiele(wohl im Zuge einer Unternehmenskrise), dann ein Unternehmensteil zur Lösung dieser Krise verkauft würde, und deswegen der Aktienkurs wieder deutlich stiege. Aus der Differenz zwischen dem niedrigen Aktienkurs vor Verkauf und dem anschließenden Anstieg berechnet sich dann der Bonus.

Die eigentliche Recherchearbeit haben finnische Zeitungen geleistet, besonders „Helsingin Sanomat“, doch sind meine Finnisch-Kenntnisse einfach nicht vorhanden. Interessanterweise behauptet übrigens der Vorsitzende des Verwaltungsrats, die Änderung des Vertrags gegenüber Elops Vorgängern nicht bemerkt zu haben. Es sei ja nur ein geringfügiger Unterschied.

Ein geringfügiger Unterschied, der die Anreize für den CEO allerdings völlig veränderte. Nicht mehr der Turnaround, sondern der Verkauf war nun für ihn ein naheliegendes Vehikel zur Gehaltsoptimierung. Um Kuittinen zu zitieren:

As BlackBerry’s disastrous August quarter demonstrates, the handset industry is growing inhospitable to minor operating systems. Apple and Samsung continue increasing their dominance. Nokia always did face an uphill battle in the spring of 2011. But thanks to its board of directors, it entered that battle with a general who was promised a king’s ransom should he happen to lose. Nokia’s directors will go down in the European business history as one of the most perverse crews to lead a major corporation in the post-war era

Kleines QWERTZ-Update: Am Blackberry Q10 führen nur wenige Wege vorbei

Blackberry Q10

Blackberry Q10

Die beiden Artikel, die ich in den letzten Monaten zum Verschwinden der QWERTZ-Handys geschrieben haben, gehören zu den beliebtesten meines Blogs. Das beweist, dass es sich nicht bloß um ein kleines Grüppchen handelt, das gerne solch ein Gerät hätte. Ein Kommentator, Christian Wiesner, hat auf change.org eine Petition für ein modernes Android-Tastatur-Smartphones gestartet. Betonung liegt auf modern. In Österreich sind bspw. momentan drei Android-Handys mit Tastatur erwerbbar: Das zweieinhalb Jahre alte Sony Ericsson Xperia pro (Slider), das zwei Jahre alte Low-End-Gerät Huawei Boulder und das lediglich ein Jahr alte Alcatel OT-910 (beide mit kleinem Bildschirm mit untenstehender Tastatur), beide mit recht ähnlicher, heute veralteter Ausstattung. Das war es auch schon.

Ansonsten gibt es eine fürs flotte Nachrichtenschreiben geeignete Geräte von Nokia, wie das Nokia 210, die aber den Power-User nicht glücklich machen werden. Bleiben noch die beiden Blackberrys Q5 und Q10, wobei nach den jüngsten Betriebssystemsupdates ein alltagstaugliches, modernes Gerät vorliegen sollte. Für das Blackberry Q10 legt man vertragsfrei 500 Euro hin, für die kleine Schwester Q5 rund 350 Euro. Dafür bekommt man ein neues und zukunftssicheres Betriebssystem, so

Motorola Droid 5 (möglicherweise)

Motorola Droid 5 (möglicherweise)

Für die Fans der „Mini-Laptops“, wie es das Nokia N97 oder E7 verkörperte, mit ausschiebbarer Quertastatur, gibt es leider wenig zu melden. Der einzigartige Schiebemechanismus des E7, bei der der Bildschirm schräg nach oben ausfährt und echtes Laptop-Feeling erzeugt – und vor allem einen angenehmen Blickwinkel beim Schreiben –, hat keine Nachahmer gefunden. Obwohl er den Zusatznutzen hat, dass man das Handy auf den Schreibtisch legen kann und dank Schräge das Display bequem ablesen kann.

Etwas Hoffnung gibt manchen das Gerücht, dass die Google-Tochter Motorola an einem neuen Slider-Telephon arbeiten soll. Christian Wiesner hat es auch bei seiner Petition (siehe oben) verlinkt. Das ganze wird unter dem Namen „Droid 5“ gehandelt und soll in der Tradition der Serie von QWERTZ-Handys stehen, die Motorola in den USA als „Droid“ und in Europa als „Milestone“ vermarktet hat. Also ein relativ hochwertiges Gerät. Die bislang bekannten Fotos sprechen jedenfalls für ein Smartphone, das für das amerikanische CDMA-Netz von Verizon bestimmt ist. Ob es jemals das Licht Europas erblicken wird, ist höcht ungewiss. Schon das 4er-Modell hat den Sprung über den Atlantik nicht geschafft.

Connect hat übrigens im Sommer einen Test der zehn „besten Smartphones mit Tastatur“ veröffentlicht. Testsieger ist wenig überraschend das Blackberry Q10, das einzige moderne Spitzengerät mit Tastatur. Um auf die Zahl 10 zu kommen, haben sie auch das Motorola Milestone 2 (nicht mehr erhältlich!) und das Nokia E6-00 (nur noch in Restexemplaren) im Vergleich belassen.

Microsoft kauft halb Nokia: Ein gutes Geschäft?

Nun verkauft also Nokia seine gesamte Mobiltelephon-Sparte an Microsoft. Und zwar — womit ich nicht gerechnet haben — einschließlich der Asha-Linie und normaler „Featurephones“. Nokia wird dann im wesentlichen aus der Netzwerksparte, dem Kartendienst und ortsbezogenen Diensten auf Basis der Tochter NAVTEQ und der Forschungs- und Entwicklungsabteilung (siehe z.B. Nokia Research Center) bestehen.

Nokia verkauft im Prinzip seinen halben Umsatz für 3,79 Milliarden Euro, das sind etwa 5 Mrd. US$. Weitere 1,65 Milliarden erhält Nokia für eine 10-Jahres-Lizenz für Patente und einer Option für Microsoft, diese Lizenz für immer (!) zu verlängern. Microsoft wird außerdem den Markennamen Nokia für 10 Jahre lizenzieren und für Produkte der S30 und S40-Systeme weiter einsetzen können. Die Windows-Phone-Linie wird dagegen wohl nicht mehr Nokia heißen. Nokia selbst darf den Markennamen erst nach Ablauf von 30 Monaten an andere Hersteller lizenzieren und ab 1.1.2016 für eigene Mobilgeräte nutzen, von denen aber ohnehin nicht auszugehen ist.

Offenbar sind die Finanzierungsbedingungen für Nokia derzeit schwierig. Zwar hat das Unternehmen einen positiven Cash Flow und konnte seine verfügbaren Mittel gut managen, hatte aber wegen der unsicheren Zukunft der Smartphone-Sparte ein relativ schlechtes Rating. Im kapitalintensiven Mobilgerätegeschäft werden aber immer wieder Finanzierungen benötigt, da die eigenen Mittel gebunden sind. Im Deal ist daher eine Übergangsfinanzierung zu günstigen Zinssätzen in der Höhe von 1,5 Mrd. Euro enthalten. Mit dem Verkauf der Telephonssparte sollte sich dann das Rating und damit die Finanzierungskonditionen verbessern.

Aus Sicht des Nokia-Aufsichtsrat ist die Entscheidung verständlich, und die Eigentümer werden wohl auch bei der Hauptversammlung zustimmen: Man behält die erfolgreichen Sparten und muss deren Gewinne nicht mehr zum Ausgleich der Verluste des Rests verwenden. Ähnlich wie Ericsson, das ja den Mobilgerätemarkt mit dem Verkauf seiner Anteile am Joint-Venture mit Sony an diese vor kurzem endgültig verlassen hat, konzentriert sich das deutlich geschrumpfte Unternehmen auf seine Kernkompentenzen und kann mit den frischen Mitteln vielleicht auch neue Chancen nutzen.

Aus Microsofts Sicht ist es schon weniger verständlich. Viele sprechen davon, was für hervorragende Geräte integrierte Hersteller wie Apple machen, die Hard- und Software aus einer Hand bieten. Doch Microsoft hat in diesem Spiel bislang nicht brilliert (Kin, Zune, Surface … – Ausnahme: XBox); sein Markenname wird daher nicht damit in Verbindung gebracht. Nun muss Microsoft wiederum Mittel für eine Integration der Unternehmensteile aufwenden und in einer Marketingkamapgne einen Imagetransfer von Nokia auf die Microsoft-eigene Smartphonereihe versuchen. Und das, nachdem es Nokia in einigen Märkten in mühsamer Arbeit gelungen war, ein halbwegs positives Image für Nokias Windows-Phone-Linie aufzubauen.

Die bisherigen Probleme bei Windows Phone 8, wo Nokia durch eigene Lösungen fehlende Funktionsupdates von Microsofts überbrückt hat, lassen ebenfalls nichts gutes für die Zukunft vermuten. Und wie unter diesen Auspizien eine Partnerschaft Microsofts mit anderen Herstellern bei Windows Phone noch funktioneren soll, wie es das Unternehmen behauptet, bleibt rätselhaft. Google und Motorola ist ein schlechtes Beispiel, da Android erstens quelloffen ist, und Motorola zweitens nur ein kleiner Fisch im Androidbecken ist. Bei Windows Phone dagegen ist Nokia mit etwa 80% Anteil der Hauptlieferant. Mit der Übernahme werden sich wohl die anderen Hersteller von Windows-Phone-Geräten de facto zurückziehen.

Microsoft gibt in einer schönen Präsentation und in anderen Texten folgende Gründe für den Kauf an:

  • Einheitliche Marke würde die Marktchancen für Windows Phone verbessern. (Wie ist das jetzt mit den Hardware-Partnern?)
  • Schnellere Innovation da Hard- und Software aus einer Hand
  • Effektive Alternative zu Google durch Integration von Microsoft- und Nokiadiensten (Diese Integration gab es bisher aber auch schon …)
  • Microsoft will die Feature-Phones als Einstieg Richtung Windows Phone positionieren und so auch in Schwellen- und Entwicklungsländern besser Fuß fassen.
  • Zugriff auf ein umfangreiches Patent-Portfeuille durch die Lizenzierung.

Für Microsoft wäre da meiner Meinung nach ein reiner Lizenzdeal und eine strategische Beteiligung sinnvoller und wohl auch billiger gewesen. Diese Option wurde anscheinend auch laut AllThingsD diskutiert. Daher teile ich die wütenden Reden von Nokia-CEO Stephen Elop als „trojanisches Pferd“ nicht. Zwar hat er Nokias Probleme 2011 unnötig beschleunigt, die Erfolge der letzten Monate sind aber ebenfalls beachtlich. Vor allem ist aber zu bedenken: Die wenigsten Hersteller von Mobiltelephonen arbeiten derzeit mit merkbaren Gewinnen. Lediglich Apple und Samsung sind wirklich profitabel, die anderen operieren mit schwarzen Nullen oder sind in den roten Zahlen. Auch bei einer erfolgreichen Zukunft für Nokias Mobilgeräte wären nur magere Gewinne aus dem Bereich zu erwarten gewesen. Keine guten Aussichten für einen Unternehmenseigentümer.

Einziger Kritikpunkt ist vielleicht der Preis. Google hat Motorola, das zum Kaufzeitpunkt eine schwächere Marktposition hatte, einschließlich Patenten um 12,5 Mrd. US$ erworben. Nokias Mobilgerätesparte ist Microsoft dagegen rund 5 Mrd. US$ wert, allerdings ohne Patente. Freilich sind viele heute überzeugt, dass Google einfach zuviel bezahlt hat und Motorolas Patente nicht so viel wert waren, wie man geglaubt hat.

Steve Ballmer tritt auch zurück (oder mußte gehen, je nach Sichtweise), weil Microsoft unter seiner Führung im Mobilbereich versagt hat. Microsoft war mit Windows Mobile früh am Start und hatte eine vielversprechende Position im Smartphonerennen, die vergeudet wurde. Microsoft war schon vor Jahren im Tabletbereich aktiv, doch erst durch Apples iPad wurde das Tablet massentauglich. Weitere Aktivitäten im Mobilbereich wie die tragbaren Musikgeräte Zune oder die Kin-Telephone waren kostspielig, aber erfolglos. Microsoft muss daher irgendetwas tun, um im Mobilbereich relevant zu sein; anscheinend hofft die Firmenleitung, durch den Kauf von Nokia die nötige Expertise und Marktdurchdringung zu bekommen. Ob das nicht eine riskante Kalkulation ist …

Man nehme Elternhorden und Handykameras …

Der folgende Werbespot mag das reale Leben etwas überzeichnen. Wer aber jemals das Blitzlichtgewitter bei einer Schulaufführung miterlebt hat, weiß, daß die Überzeichnung nur eine geringfügige ist.

Ob einem angesichts des Elterntumults die Zoomfunktion des beworbenen Nokia Lumia 1020 wirklich etwas genutzt hätte, mag ich übrigens als einziges Detail der Werbung bezweifeln.

Smartphone 2013: Auf der Suche nach der Tastatur

Vor Monaten habe ich es auf diesem Blog thematisiert – und ich bin, wie die Zugriffszahlen zeigen, beileibe nicht der einzige, den es interessiert: Das Verschwinden hochwertiger Tastatur-Handys. Nun hat sich auch der ORF dieses Themas angenommen, mit der ernüchternden Auskunft der Netzbetreiber:

Laut Herstellern und Mobilfunkern ist die Nachfrage nach Tastaturhandys in Österreich nicht groß genug, um entsprechende Modelle in den Shops auf Vorrat zu halten. Der Trend gehe eindeutig Richtung Touch-Smartphones, heißt es etwa bei T-Mobile Austria, wo es wie bei A1 derzeit nur BlackBerrys gibt. Dabei stellt sich die Frage, ob die aktuellen Geräte nicht interessant genug sind oder ob der allgemeine Drang zum Wischphone die Vorteile einer physischen Tastatur verdrängt hat.

Freilich verbirgt sich dahinter ein Henne-Ei-Problem: Die gegenwärtig existenten Tastaturhandys sind oft in anderen Belangen so schlecht ausgerüstet, daß nur derjenige zu ihnen greift, für den eine Tastatur ein absolutes Muß ist. Sicher sind immer Kompromisse im Design notwendig – so war jedem klar, warum das Sony Vivaz Pro (mit Tastatur) eine schlechtere Kamera als das Vivaz (ohne Tastatur) haben mußte. Aber die Trade-Offs waren nicht so groß, daß nicht doch viele zum Tastatur-Gerät gegriffen hätten. Das ist nun anders, besonders auf dem europäischen Markt.

Selbst Blackberry brachte sein neues System 10 zuerst auf einem reinen Touchscreen-Gerät auf den Markt. Zumindest wird bald ein top-ausgestattetes Handy mit gutem Bildschirm (720×720 Pixel) und Tastatur folgen. Ein Interview mit Blackberry-Chef Thorsten Heins macht allerdings Hoffnung, daß die Geräte auch für Menschen interessant sein könnten, die keinen der Blackberry-Dienste benötigen:

Die Presse: Ein Hindernis für Konsumenten ist die Gebühr, die man für die Blackberry-Dienste zusätzlich bezahlen muss. In Österreich sind das zwischen zwei und fünf Euro pro Monat. Wird die bleiben?

Thorsten Heins: Für Blackberry bis zur Version sieben auf jeden Fall, weil bei den Handys unser Netz benutzt wird. Mit dem neuen Blackberry werden wir das anders machen: Wer den normalen Zugang zum Internet und zu E-Mails will, der bezahlt nichts. Wenn man aber zum Beispiel mehr Sicherheit will, wenn man spezielle Funktionen von uns haben will, dann werden gestaffelt Gebühren fällig werden.

Nokia will übrigens Tastatur-Handys weiterhin auf die einfachen Asha-Telephone beschränken, während sie für Tastatur-Smartphones keinen Bedarf sehen. Die Antwort des langgedienten Mobilfunk-Journalisten Steve Litchfield: „Poppycock!“ Denn:

 If ‘consumers’ were given the choice, a sizeable niche would indeed choose something modern that also had a physical slide-out or fold-out keyboard. They’re simply not being given that choice. Skewing what Nokia and others perceive as ‘demand’ (looking at what’s selling).

As tkoola points out on Twitter:

“You know what else was „not requested“ by the customers? Touch screen phones in 2005 and 2006.”

Indeed. „Consumer demand“ is a very poor indicator in terms of working out what to build next.

Die Mobilfunk-Messe MWC in Barcelona bringt jedenfalls keine neuen QWERTZ-Geräte – dafür insofern Spannendes, als die ersten Geräte mit dem quelloffenen Firefox OS vorgestellt worden sind, so das Alcatel Fire und das ZTE Open. Für den Konsumenten kann mehr Auswahl nur gut sein. Jetzt hätte ich nur gern wieder mehr Auswahl bei den Formfaktoren, wie wir sie schon einmal hatten.

Jollas Sailfish OS hinterläßt einen guten Eindruck

Jolla: Sailfish OS

Jolla: Sailfish OS

Nach dem Weihnachtsgeschäft folgt im Mobiltelephonsektor nur eine kurze Atempause, dann geht die Entwicklung weiter. So konnte das Portal Engadget einen Blick auf den MeeGo-Nachfolger „Sailfish OS“ von Jolla werfen, und war vom neuen Betriebssystem für Smartphones durchaus angetan. (Hier habe ich schon über Sailfish OS geschrieben). Jolla, das ist ein neues Unternehmen, das hauptsächlich von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern gegründet wurde, und Anfang 2013 in den Markt einsteigen will, mit dem Fokus auf China. Engadgets Resumée:

Overall, we came away reasonably impressed with Sailfish OS, despite experiencing only a fraction of its functionality. Performance was decent considering the N950’s relatively modest single-core underpinnings — then again, MeeGo’s no slouch either. Obviously, we’ll reserve judgment until we have the opportunity to play with the final product sometime in Q1 2013.

So war die Testerin von der einfachen Benützerführung angetan, bei der man mit wenigen Gesten zahlreiche Funktionen erreichen kann, und der durchgehenden Möglichkeit einhändiger Bedienung.

Passend zu dieser PR-Offensive erklärte Jolla-Mitgründer Sami Pienimaki in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ die Stoßrichtung des Betriebssystems, das anfangs eher im Mittel- bis Premiumsegment positioniert werden soll, neben Smartphones aber auch in einer Reihe anderer Produkte eingesetzt werden kann, wie etwa Autos oder Fernsehapparaten. Im 1. Quartal 2013 – wohl um Ostern – wird das erste Gerät mit Sailfish OS erscheinen; das Betriebssystem soll dann auch an andere Hersteller lizenziert werden.

(via OSNews)