Assumpta est Maria

Die Aufnahme Mariens in den Himmel ist ein besonderes Fest der Hoffnung, das daher schon früh die Phantasie der Menschen angeregt hat. Legenden begannen, sich um Maria Himmelfahrt zu ranken; und viele Künstler beschäftigten sich ebenfalls mit dem Motiv des Festes.

So selbstverständlich auch der große Giovanni Pierluigi da Palestrina, der die sechsstimmige Motette „Assumpta est Maria“ zu Ehren der leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel komponiert hat. Offenbar zu allgemeinem Wohlgefallen, denn auf Grundlage der Motette schuf Palestrina auch eine Messe gleichen Namens. Mehr zur Motette kann man z.B. [hier bei Luis C.F. Henriques nachlesen](http://luiscfhenriques.com/giovanni-p-da-palestrinas-assumpta-est-maria/ “Luis C.F. Henrique: Giovanni P. da Palestrina’s Assumpta Est Maria”). Und anhören kann man sie natürlich auch:

Der Text dieses ersten Teils der Motette lautet:

Assumpta est Maria in caelum, gaudent angeli,
laudantes benedicunt Dominum.
Gaudete et exsultate omnes recti corde.
Quia hodie Maria virgo
cum Christo regnat in aeternum

Aufgenommen ist Maria in den Himmel, freuen sich die Engel,
lobend preisen sie den Herrn.
Freut euch und frohlockt alle mit aufrichtigem Herzen.
Denn heute herrscht die Jungfrau Maria
mit Christus in Ewigkeit.

Der Papst in Südkorea

Heute, am Nachmittag des 13. August, ist also Papst Franziskus zu einer Reise in die Republik Korea aufgebrochen, die bis Montag dauern wird. Auf einer Übersichtsseite zur Papstreise sind schon die wesentlichen Punkte zu finden. Das genaue Programm des Besuchs in Südkorea kann ebenso auf der Website des Vatikan nachlesen.

In Südkorea gibt es eine blühende katholische Gemeinde mit etwa 5,5 Millionen Gläubigen, etwas mehr als 10% der Gesamtbevölkerung. Der Glauben dieser Menschen strahlt aber weit über ihre eigene Gruppe hinaus. Und er manifestiert sich in Südkorea auch in Schulen, Krankenhäusern bis hin zur Katholischen Universität, die auch von Nicht-Katholiken geschätzt werden. Dass die Lage der Christen in Südkorea nicht immer so rosig war, daran wird am Samstag die Seligsprechung von Paul Yun Ji-Chung und 123 weiterer Märtyrer erinnern.

Und wie schnell sich alles wieder zum Schlechten ändern kann, daran erinnert Nordkorea jeden Tag. Gerade in Pjöngjang gab es viele Katholiken, bei Tokwon auch eine Benedikterabtei. Durch die brutale Unterdrückung jeder anderen Religion als des kommunistischen Staatskults wurden die Katholiken aber in den Untergrund gedrängt. Der letzte Bischof von Pjöngjang verschwand in einem Lager, wo er vermutlich umgebracht wurde. Der Besitz von Bibeln ist bei Todesstrafe verboten. Es gibt allerdings eine staatlich kontrollierte priesterlose Mini-Gemeinde in Pjöngjang, die 1988 wohl für Propagandazwecke gestattet wurde.

Machen beschweren sich, wie der Papst angesichts des Mordens im Nahen Osten der Einladung der Südkoreaner nur folgen könne. Das ist zu politisch gedacht; verkennt, wie enttäuscht Millionen Menschen wären, die sich schon lange auf diesen Besuch vorbereitet haben; verkennt noch mehr, dass in Ostasien Christen in vielen Gebieten unterdrückt werden und Unterstützung brauchen. Unterstützung, die ihnen auch ein Besuch des Papstes in Ostasien geben wird.

MH17: Warten auf Farnborough

Der Flug MH17 stürzte vor einem Monat auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur ab. Fünf Tage später übergaben die Separatisten, die den Flugschreiber geborgen hatten, das Gerät an Vertreter Malaysias. Über Zwischenstationen gelangte der Flugschreiber schließlich zur Auswertung ins britische Farnborough, und die Welt wartet immer noch auf ein Ergebnis, wie uns die „Presse“ erinnert.

Aber eigentlich wartet sie ohnehin nicht. EU und USA haben den Absturz als Vorwand für weitere Sanktionen gegen Russland genutzt, Russland wiederum zur Streuung nützlicher Verschwörungstheorien. Was wirklich an jenem 12. Juli geschehen ist, ist anscheinend unwichtig. Was man darüber glaubt, welcher Erzählung man folgt, ist für die handelnden Akteure wesentlich wichtiger. Es besteht auch jetzt schon kein Zweifel, dass jedes Untersuchungsergebnis als Bestätigung der jeweils eigenen Tätertheorie gesehen werden wird.

Freilich: Die schleppende Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen drängt die Vermutung geradezu auf, das Resultat sei politisch zumindest brisant, wahrscheinlich unerwünscht. Schließlich wurde in anderen Fällen zu vergleichbaren Zeitpunkten die Öffentlichkeit über eine Art Zwischenstand informiert, während es bis zum endgültigen Bericht verständlicherweise oft viele Monate dauern kann. Es muss aber das alles nicht heißen, was wir glauben, dass es heißt. Denn: Nimm niemals Böswilligkeit an, wenn Dummheit hinreichend ist.

Das unverhüllte Gesicht des Bösen

Es gibt Ereignisse, wo das Böse unverhüllt sein Gesicht zeigt. Zweifellos ist das nun im Irak und Syrien der Fall, wo die Kämpfer des „Islamischen Staates“ für ihre Errichtung eines Kalifats morden und brandschatzen. Sie kreuzigen Kinder, begraben Frauen bei lebendigem Leib, sehen Vergewaltigung als besonderen Dienst im Dschihad.

Dass Revolutionäre zu unfassbaren Gräueltaten bereits sind, ist bekannt. Doch die rohe, menschenverschlingende Brutalität des Islamischen Staats um Abu Bakr Al-Baghdadi verschlägt mir den Atem. Alles soll im Blut ersticken, was nicht seiner Vision des Islam folgt. Christen, Juden und Jesiden zuerst, dann auch alle Schiiten und diejenigen Sunniten, die nicht rechtgläubig genug sind. Alawiten und Drusen sowieso. Die Grenze seines Staates ist die Welt: Solange es Gebiete gibt, die nicht seinem Kalifat unterstehen, ist sein Werk nicht vollbracht.

John Gray zeigt übrigens anschaulich, warum der Islamische Staat kein Relikt des Mittelalters ist, sondern Ausdruck der Moderne. Die Wiederholung des Blutdurstes, des Veränderungswillens der Jakobiner oder der Roten Khmer. Daher auch der unbändige Wille, die Vergangenheit auszulöschen, der bereits viele Kunstschätze und archäologische Funde zum Opfer gefallen sind.

Die Unentschlossenheit europäischer und amerikanischer Politiker hat schon tausenden Menschen das Leben gekostet. Die deutsche Bundesregierung kann sich selbst jetzt nicht zu ernsthafter Hilfe durchringen; während die USA zumindest zaghafte Schritte unternehmen, die Kurden im Kampf gegen den Islamischen Staat zu unterstützen, drehen die Europäer Däumchen und haben keine Ahnung, was man gegen IS unternehmen könnte. Dabei sind sie — sind wir — in wesentlich größerer Gefahr als die Vereinigten Staaten, wie Jürgen Streihammer in der „Presse“ trefflich ausführt. Wir sagen bei Gedenkfeiern gerne „Nie wieder“, meinen es aber eindeutig nicht. Selbst dann nicht, wenn es dabei schlussendlich um uns selbst geht.

Der unerquickliche Untergang der SVZ

Der Verlust der Salzburger Volkszeitung wird wahrscheinlich kaum jemandem auffallen; die Leserzahl bewegte sich im niedrigen fünfstelligen Bereich. Für eine Tageszeitung eine recht bescheidene Anzahl. Und trotzdem ist dem Insolvenzantrag der bis dahin kleinsten Tageszeitung Österreichs ein veritabler Skandal vorausgegangen, der den Untergang der SVZ durchaus bemerkenswert macht.

Denn das kleine Blatt, das der oberösterreichische Unternehmer Martin Aistleitner 2005 übernommen hatte, fällt ab 2014 aus einem einzigen Grund um die Presseförderung um: SPÖ und ÖVP einigten sich auf ein neues Kriterium, die Mindestzahl von zwölf hauptamtlichen Journalisten, das sofort anzuwenden ist. So zu lesen im Budgetbegleitgesetz 2014. Interessanterweise war im Ministerialentwurf noch von siebzehn hauptamtlichen Journalisten die Rede; offenbar konnte da ein anderes kleines Blatt — man munkelt von Vorarlberg — erfolgreich intervenieren, das sonst ebenfalls um seine Förderungen umgefallen wäre. Die SVZ, welche die übrigen Kriterien der Presseförderung ohne weiteres erfüllt hatte, musste also im Mai 2014 erfahren, dass sie 2013 besser ein paar Journalisten mehr angestellt hätten, um die bereits beantragte 2014er-Förderung auch zu erhalten.

So konnte man den etwas schrumpfenden Topf der Presseförderung auf weniger Köpfe aufteilen, damit die anderen Tageszeitungen die Kürzung nicht so spüren. Einer Presseförderung, die ihre offiziell gesteckten Ziele ohnehin nicht erreicht. Die regionale Vielfalt konnte schon in anderen Fällen nicht erhalten werden. Von Qualitätssicherung kann sowieso keine Rede sein. Bei den Wochenzeitungen ist es noch etwas besser, die aber alle insgesamt weniger als zwei Millionen Euro Förderung erhalten.

Aistleitner zog jedenfalls die Notbremse, wie der „Standard“ berichtet: Die SVZ wird in Insolvenz geschickt, der Druck eingestellt. Die Website wird es wohl noch eine Weile geben; mit ihren speziellen Rubriken für Lokalnachrichten kann sie auch ohne Zeitung dahinter betrieben werden.

Die Julirevolte

Aus dem Hollerbusch:

Am 25. Juli 1934 wurde der damalige österreichische Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß von den Nationalsozialisten im Zuge des sogenannten Juliputsches ermordet. Zum 80. Jahrestag dieses Ereignisses will ich auf einen längeren Blogeintrag verweisen, den ich vor fünf Jahren eingestellt habe:

Ursprünglich veröffentlicht auf Aus dem Hollerbusch:

Vor 75 Jahren wurde der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuss vom Nationalsozialisten Otto Planetta angeschossen. Ein Ereignis von großer Tragweite für Österreich, das den Tod beider Männer zur Folge hatte. Und mit Dollfuß ein Mann im Mittelpunkt, über den Gudula Walterskirchen in der Presse nicht zu Unrecht schreibt:

Über beinahe alles herrscht heute Einigkeit, was die österreichische Zeitgeschichte betrifft: Man hat ein übereinstimmendes Bild von dem Ende der Monarchie und dem Entstehen der Republik, von der Rolle der politischen Parteien, dem Bürgerkrieg von 1934 und von umstrittenen Persönlichkeiten wie Karl Renner und Ignaz Seipel entwickelt. Einzig bei Engelbert Dollfuß herrscht eine divergierende Sichtweise, die auch 75 Jahre nach seinem Tod nicht gebündelt werden konnte. Hier „Arbeitermörder“, da „Heldenkanzler“.

Engelbert Dollfuß

Engelbert Dollfuß

Ohne Zweifel. Ich will mich nicht in seiner Biographie ergehen, wer sich kurz informieren will, ist (bei so einem heiklen Thema überraschenderweise) auf seinem Wikipedia-Eintrag halbwegs gut bedient, wer ausführliche Lebensbeschreibungen…

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Bildungsfernsehen: Fußball-Reportage, wörtlich genommen

Ich staune ja immer wieder, welche Wortkaskaden Sportreporter hervorbringen können, Ansammlungen interessanter gerader und schiefer Sprachbilder. Aber wie würde ein Fußballspiel aussehen, wenn das, was die Kommentatoren von sich geben, tatsächlich am Platz geschehen würde? Wie wird etwa ein Ball trocken abgestaubt? Gerade rechtzeitig zum Höhepunkt der Fußball-WM hat sich die Redaktion der „Sendung mit der Maus“ vorgenommen, diese und ähnliche Fragen an Hand eines fiktiven Finalspiels Deutschland-Brasilien zu beantworten. Man sieht nachher Fußballspiele mit anderen Augen … (oder besser: hört den Kommentar mit anderen Ohren …)

Zum 28. Juni 1914

Viel wurde heute über das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau, Herzogin Sophie von Hohenberg, geschrieben. Auf @1914tweets konnte man die Ereignisse des 28. Juni 1914 quasi live erleben, als ob sie heute gemeldet würden, mitfiebern, ob nach dem ersten Attentat, bei dem Oberstleutnant Merizzi schwer verwundet wurde, alles gut ausgehen würde oder nicht. Der Kurier hatte dem Jahrestag einen Schwerpunkt gewidmet. Usw. usf.

Zwei Dinge fallen mir dabei auf: Die Person Franz Ferdinands, eines für damalige Begriffe durchaus unkonventionellen Thronfolgers, wird kaum ausgeleuchtet, noch weniger die seiner Frau, der Herzogin Sophie. Herzogin, weil sie Kaiser Franz Joseph schließlich doch in einen Stand erhoben hat, der die Verbindung mit Franz Ferdinand weniger skandalös schienen ließ.

Auch die Vorgeschichte serbischer Provokation wird gerne ausgespart. Die Ermordung des Thronfolgers und seiner Frau war der Höhepunkt von Agitation und Terrorakten, die von höchsten Kreisen in der serbischen Exekutive koordiniert wurden. Die österreichische Reaktion war für heutige Begriffe langsam, damals aber in angemessener Geschwindigkeit. Immerhin dauerte es ein Monat vom Attentat bis zum Ultimatum an Serbien, wiewohl sehr bald klar war, dass höchste serbische Regierungskreise hinter dem Terrorakt standen. Dieses Ultimatum wäre auch beinahe angenommen worden, wenn nicht Russland Serbien Rückendeckung gegeben hätte.

Simon Winder fragt sich in der „New York Times“, was geschehen wäre, wenn Franz Ferdinand nicht ermordet worden wäre. Viele vermuten, dass es dann eben einen anderen Anlass für den Großen Krieg gegeben hätte. Doch die Menschen glaubten ja selbst im Juli 1914 nicht unbedingt an einen Großen Krieg; viele hielten Krieg an sich für unvermeidbar, rechneten aber nicht mit einem Weltenbrand.

Und wie es mit Österreich-Ungarn weitergegangen wäre? So „todgeweiht“ war die Monarchie nicht, wie sie gerne dargestellt wird. Das Land befand sich in einem wirtschaftlichen Aufholprozess, der sich in steigendem Wohlstand auch der breiten Bevölkerung niederschlug. Wien war eine der führenden Städte Europas, Budapest und Prag glänzten in einem Städtedreieck mit Wien. Die österreichische Verwaltung, das österreichische Schulwesen galten als vorbildlich. Selbst 1915 oder 1916 rechnete kaum jemand mit dem völligen Zerfall dieses Reiches.

Was immer sonst geschehen wäre: Es wäre wohl weniger schlimm gewesen als das Schlachten, das in Europa von 1914 bis 1945 wütete, die Ermordungen, Verfolgungen, Vertreibungen. Dass in Serbien nun der Terrorist Gavrilo Princip mit einem Monument als Held gefeiert wird, der an der Verwüstung Europas wesentliche Mitschuld trägt, zeigt nicht nur ein völlig verqueres Geschichtsbild, sondern auch, dass der chauvinistische Großmannssucht-Nationalismus, der die Attentäter 1914 motiviert hat, auch im heutigen Europa quicklebendig ist.

„… weil der, welcher es darbringt, selbst verherrlicht wird durch das, was er darbringt, wenn seine Gabe angenommen wird.“

Aus dem Hollerbusch:

Anlässlich des Fronleichnamstags bin ich wieder auf einen Text des Irenäus von Lyon (135-202) zur Eucharistie gestoßen, der in etwa 1.800 Jahren nichts an Aktualität eingebüsst hat. Vor drei Jahren habe ich diese Stelle schon einmal gebloggt:

Ursprünglich veröffentlicht auf Aus dem Hollerbusch:

Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, Fronleichnam, ist die Aufdoppelung des Gründonnerstags, in dem abseits der Ereignisse der Karwoche die Eucharistie selbst in den Mittelpunkt rückt. Die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi, war bereits Lehre der frühen Christen. Irenäus von Lyon befasste sich im zweiten Jahrhundert ausführlich in einer Art Informationsschrift gegen Häresien mit der Eucharistie, in der er deutlich macht, dass die Eucharistie nicht zur höheren Ehre des Herrn, sondern für uns eingesetzt worden ist:

Daher ist die Opfergabe der Kirche, die nach dem Auftrag des Herrn in der gesamten Welt dargebracht wird, als ein reines Opfer bei Gott angesehen und ihm angenehm, nicht als ob er ein Opfer von uns gebrauchte, sondern weil der, welcher es darbringt, selbst verherrlicht wird durch das, was er darbringt, wenn seine Gabe angenommen wird. Indem wir dem Könige etwas schenken, zeigen wir ihm unsere Verehrung…

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Zum Durchdenken 18

Il se flattait d’être sans préjugés, et cette prétention était à elle seule un gros préjugé.
— Anatole France (*1844 † 1924)

Er schmeichelte sich, ohne Vorurteile zu sein, und dieser Anspruch war für sich allein ein krasses Vorurteil.

Der Literaturnobelpreisträger Anatole France war eine schillernde Figur. Ein fruchtbarer Autor, der in fast jedem Genre zu Hause war, vom großen Roman über historischen Abhandlungen, Erzählungen der Versepen bis hin zu politischen Essays. Ein Linker, der in der Tradition des französischen Antichristianismus stand, sich im Alter schließlich dem Kommunismus zuwandte. Mitglied der Académie française. Gelobt von Friedrich Nietzsche und Kurt Tucholsky. Doch auch der konservative Sprachwissenschafter Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, der mit Nietzsche einen scharfen philologischen Streit ausfocht, nannte France den letzten französischen Schriftsteller, den er noch mit Bewunderung habe lesen können.

France setzte viele zitierfähige Sätze in die Welt. Seine Ironie, mitunter auch Sarkasmus, leuchten auch durch ideologiegetränkte Passagen durch, wie in seiner berühmten Formulierung: „Das Gesetz in seiner erhabenen Gleichheit verbietet es Reichen wie Armen, unter den Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln und Brot zu stehlen.“

Der obige Satz ist jedenfalls eine scharfsinnige Beobachtung, die man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen sollte.