Blackberry Q20 angekündigt und andere Kurznachrichten

Meine alte Leidenschaft für Handys mit vollwertiger Tastatur wurde wiederum angefacht: Blackberrys neuer CEO John Chen hat das Blackberry Q20 angekündigt, ein Gerät im klassischen Blackberry-Format mit Trackpad und QWERTZ-Tastatur. Mit der Ankündigung sind die Preise für die QWERTZ-Modelle Q10 und Q5 im Handel zumindest in den einfachen schwarzen Fassungen z.T. drastisch gesunken. Das Blackberry OS 10 hat sehr gute Kritiken erhalten und bietet für App-Notfälle auch die Möglichkeit, Android-Anwendungen zu verwenden. Wer also zuschlagen will, der möge es jetzt tun.

Wenn wir schon bei Betriebssystemen abseits des Mainstreams sind: Firefox OS hat ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben: Unter dem Markennamen Alcatel werden nicht nur Einsteigerhandys, sondern auch ein besser ausgestattetes Mittelklassegerät und ein Tablet auf den Markt gebracht; ZTE hat ebenfalls zwei neue Firefox OS-Modelle vorgestellt. Günstige Geräte, die für die meisten Nutzer ausreichend sein sollten. Das hat jetzt mit Tastaturen nichts zu tun, weiß ich schon, aber mit Auswahl und Konkurrenz. Das schadet bekanntlich nie. Wer Firefox OS so einmal ausprobieren will, kann das übrigens mit einer Erweiterung des Firefox-Browsers am Computer tun.

Schließlich hat Joanna Stern im Wall Street Journal vier Tablets mit Tastaturerweiterungen als Laptopersatz für das Schreiben langer Texte getestet, mit unbefriedigendem Ergebnis. Sie liebt ihr iPad fürs Lesen, für Unterhaltung, wohl auch für das schnelle Beantworten von E-Mails. Wenn es um ihre Arbeit geht, braucht sie einfach eine Tastatur. Wer hätte damit gerechnet ;-)

Drei Links zur Whatsapp-Übernahme durch Facebook

Die Übernahme des populären Chat-Programmes Whatsapp durch Facebook ist für viele Whatsapp-User wohl ein Schock. Dort der Social-Network-Gigant, der vor allem von der Verwertung von Benutzerdaten lebt, dort ein Programm mit der strikten Regel „Keine Werbung. Keine Spiele. Keine Spielereien.“, das für einen niedrigen Jahresbetrag ungestörte Kommunikation verspricht. Drei Links dazu:

Einer der Investoren in Whatsapp, Sequoia Capital, erklärt den Wert von Whatsapp aus seiner Sicht. Ein Wert, den Facebook immerhin in 4 Mrd. US$ in bar, Facebook-Aktien im Wert von 12 Mrd. US$ und weiteren 3 Mrd. US$ für die Whatsapp-Mitarbeiter bemisst.

Beim US-Branchenmedium Re/code analysiert Kara Swisher, dass das der Preis Facebooks dafür sei, um im mobilen Geschäft relevant zu sein. Facebook wolle so etwas ähnliches werden wie Disney im Medienbereich: Die Programme zur Verfügung stellen, die von den mobilen Anwendern gewünscht würden, um im mobilen Bereich relevant zu bleiben — auch, wenn Facebook selbst an Bedeutung verlieren sollte.

Wird das Thema Sicherheit und Vertrauen den Erfolgslauf von WhatsApp nun bremsen? Eher nicht, glaubt Gerhard Reischl bei der Futurezone. Auch andere Dienste würden trotz schwerer Sicherheitsbedenken und Servern im direkten NSA-Zugriff florieren, die User das Problem ignorieren.

Infographik: Vier App-Stores im Vergleich

Moderne Mobiltelephone sind wirkliche Minicomputer, auf denen viele verschiedene Anwendungen laufen. Aus irgendeinem Grund heißen sie aber nicht Computer, sondern Smartphone, und die Anwendungen Apps. Eine interessante Infographik von Blogmost.com zeigt einige Fakten über die „App Stores“ von Apple, Google, Blackberry und Microsoft.

Auffällig: Die „kleinen“ App Stores — Blackberry und Windows Phone — machen verhältnismäßig viel Umsatz. Die Blackberry World erreicht mit viel weniger Nutzern 45% des Google Play Stores. Im Verhältnis zu den Umsätzen des Apple App Stores passt das Verhältnis dann schon eher. Hier zeigt sich wohl, dass Windows Phone und Blackberry OS eher von Menschen verwendet werden, die ihr Smartphone als Computer-Plattform nutzen. Gleiches gilt fürs iPhone, auf dem viele Menschen ihre wichtigsten Daten speichern und bearbeiten, von Passwörten bis zur Privatbuchhaltung, und natürlich Unterhaltung in der Form vieler Spiele genießen.

Bei Android gibt es einen höheren Anteil an Anwendern, die es vielfach nicht anders als die sogenannten „Feature Phones“ verwenden. Freilich gibt es mittlerweile auch viele alternative Android-App Stores, so dass die Statistik verfälscht ist, während die andere, geschlossene Plattformen eben nur den einen App Store zulassen.

Netterweise erlaubt blogmost.com das Verwenden ihrer Graphik auf anderen Seiten, daher hier das Bild:

LG Optimus F3Q: Ein Androide mit Tastatur

Ich hatte in Sachen QWERTZ-Handy schon ziemlich resigniert. Ja, der mögliche Umbau eines Motorola Photon Q, den Christian Wiesner beschrieben hat, ist zumindest ein Ausweg. Doch nun kommen zwei Nachricht aus Übersee, die auch für deutschsprachige Fans von Tastaturhandys interessant sein könnte.

Zum ersten: T-Mobile USA hat das LG Optimus F3Q vorgestellt, ein Android-Gerät mit einer typischen Mittelklasse-Ausstattung: 480×800 Bildpunkte, Corning Gorilla Glas, alle nötigen Verbindungen von Bluetooth 4.0 bis WLAN. Auch die heimischen GSM- und UMTS-Frequenzen werden unterstützt, nicht aber LTE: Da gibt es international einfach zu viele Frequenzbänder; drei werden vom Gerät unterstützt, doch in Deutschland und Österreich werden natürlich andere benutzt.

Ab Februar 2014 wird das Handy in den USA auf den Markt kommen. Sofern man es nach Europa bekommt, sollte es ohne Probleme einsatzfähig sein.

Zum zweiten: Blackberry-CEO John Chen hat angekündigt, in Zukunft wieder den Schwerpunkt auf Tastaturhandys setzen zu wollen. Dabei darf man sich nicht davon irritieren lassen, dass das nächste Gerät angeblich ohne Tastatur daherkommen soll: Die Konzeption des Low-Cost-Blackberry für Asien („Jakarta“) stammt noch aus der Zeit von Chens Vorgänger Thorsten Heins.

Blackberry: Klare Strategie, gute Nachrichten

Gutes Omen für Blackberry: Der Finanzinvestor Fairfax Financial Holdings verdoppelt seine Investition und kauft Wandelschuldverschreibungen des Technologieunternehmens um weitere 250 Millionen US-Dollar, wie Macleans meldet. Sie gehen also davon aus, dass das Unternehmen mit dem neuen CEO John Chen den Turnaround schaffen wird.

Chen hat übrigens erst kürzlich den Fokus auf Tastaturhandys bestätigt, der Blackberry eine Differenzierung zu anderen Smartphone-Herstellern ermöglicht. Blackberries ohne Tastatur haben sich bislang nämlich nur schleppend verkauft. Um auch Mittelklasse-Geräte zu vernünftigen Preisen anbieten zu können, kündigte Chen bekanntlich auch eine Kooperation mit dem chinesischen Hardware-Hersteller Foxconn an, der u.a. die Hauptwerkbank für Apple darstellt.

Und noch eine gute Nachricht: Der französische PSA-Konzern hat wegen der glaubwürdigen Roadmap von Blackberry einen Großauftrag für 10.000 Geräte bekanntgegeben.

Nun bin ich selbst (noch) kein Blackberry-Nutzer, aber erstens tut dem Smartphone-Markt Konkurrenz generell gut, und zweitens ist Blackberry der letzte Hersteller, der noch offensiv auf QWERTZ-Tastaturen setzt, die für einen Vielschreiber am Telephon ein spürbare Komfortgewinn sind. Daher hoffe ich sehr, dass Chen das entgleiste Unternehmen wieder auf die Schienen bringt. Den Anlegern gefällt Chens Politik bislang jedenfalls: Die Aktien sind nach dem Tief unter Torsten Heins seither kräftig gestiegen.

Aus den Kommentaren: Ein QWERTZ-Handy in „Eigenregie“

Die Idee, dass das Handy wie ein Mini-Notebook in der Hosentasche funktionieren könnte, mit vollständiger Tastatur, ist in den letzten Jahren einen sanften Tod gestorben, über den ich schon öfter in diesem Blog lamentiert habe. Christian Wiesner, der für die Markteinführung eines Android-Smartphones mit vollständiger QWERTZ-Tastatur auch eine Petition intiiert hat, hat dazu in einem Kommentar eine spannende Information, die ich gerne breiter weitergeben will:

Ich nutze nun seit knapp 2 Monaten ein umgebautes MOTOROLA Photon Q (sogenannter SIM card mod, vom Entwickler des Umbaus persönlich durchgeführt, Tomas Prochazka aus Prag = CornholioGSM). Zunächst hatte ich die Original-Software von SPRINT damit verwendet (Stock ROM), erst 4.0.4 und dann 4.1.2, bin jetzt aber wegen fortdauernder Probleme (Bluetooth-Abbrüche, kein mobiler Hotspot, etc) auf Cyanogenmod (CM11 = Android 4.4 ‘KitKat’) umgestiegen. Das Telefon hat auch QWERTZ statt QWERTY, das lässt sich sehr leicht ändern da die Tasten nur aufgeklebt sind.

Was soll ich sagen, obwohl mich alle meine Kollegen für verrückt erklärt haben, läuft das Gerät jetzt erstklassig, ich bin echt super zufrieden. Das Telefon macht alles was ich wollte, läuft flüssig und stabil, bucht sich schnell und zuverlässig in die verschiedensten Netze ein, speziell in alle CDMA-Netze wenn ich in China bin (der Umbau hat sich wohl über die Zeit verbessert). Ist zwar verrückt, dass man in Europa so einen Aufwand betreiben muss, um an einen leistungsfähigen Androiden mit Tastatur zu kommen, aber es funktioniert.

Als nächstes werde ich spaßeshalber mein altes SONY Xperia Pro auch mal mit CyanogenMod [Eine alternative Android-Distribution, die man selbst installieren kann.] ausstatten, mal sehen welchen Performance-Sprung man damit erreichen kann. Das Pro ist ja eigentlich ein tolles Handy, nur halt leider mit einem sehr schwachen Prozessor und wenig RAM ausgestattet. Letzteres kann man mit Link2SD und einer 2.Partition auf der SD-Karte relativ gut lösen (unter root), ersteres sollte sich durch CM deutlich verbessern lassen, allein weil ja schon die ganze unnütze Bloatware (Facebook, etc.) fehlt die SONY dummerweise fest auf das Telefon packt, und die sich auch nur unter root wieder entfernen lässt. CM scheint insgesamt weniger CPU zu nutzen als das Stock-ROM,das lässt hoffen.

Ich bin jetzt gespannt wann ein junger Unternehmer auf die Idee kommt sich etwas Geld zu organisieren, SPRINT auf einen Schlag 10.000 neue Motorola Photon Q zu einem günstigen Preis abkauft (die haben zu viele davon, da die Verkäufe in den USA unter den Erwartungen lagen), diese in Serie mit einem SIM-Kartenslot ausstattet, das aktuelle CM11 aufspielt und die Geräte hier in Europa professionell anbietet. Die beiden anderen Photon Q die ich umbauen ließ, habe ich über Ebay verkauft, sie brachten zusammen 840,- € ein, also im Schnitt 420,- € je Telefon, und das für ein gebrauchtes Gerät ohne Garantie !!

Dennoch würde ich für die Zukunft noch nicht aufgeben was das Tastatur-Handy betrifft. MOTOROLA wurde ja von Google geschluckt, und die wollen in Zukunft einige NEXUS-Geräte rausbringen. Mit dem Photon Q besteht eine Plattform die eigentlich nur mit einem aktuellen Prozessor und mehr Speicher ausgestattet werden muss, sonst ist das Telefon mit NFC und LTE auf der Höhe der Zeit. Es sollte ein leichtes für Google sein, auf dieser Basis ein Nexus mit Keyboard zu launchen, um Blackberry den Todesstoss zu geben.

Mehr Informationen zum Motorola Photon Q gibt es auf der Seite von Motorola, über den SIM card mod von Tomas Prochazka im Forum xda developers. Ich selbst habe diesen Mod nicht getestet und übernehme keinerlei Gewähr oder Haftung dafür, dass er irgendein brauchbares Ergebnis liefert.

Die hohen Preise für gebrauchte QWERTZ-Geräte – ein originalverpacktes Nokia N97 mini (Vorstellung: Herbst 2009) um 200 Euro, ein Sony Xperia Pro (Vorstellung: Frühling 2011) um ein wenig mehr – zeigen ja, dass es einen Bedarf nach solchen Smartphones gibt, wenn auch vielleicht nur für eine kleine Nische. Ob man mit Nischen Geld verdienen kann, werden die nächsten Monate des Jolla-Projekts ja zeigen. Vielleicht macht das auch anderen Mut.

Jan Vermeer und die Camera Obscura

Hat Jan Vermeer mit der Camera obscura gearbeitet oder nicht? War er auch ein Erfinder, oder war das alles künstlerische Gabe?

Vom niederländischen Maler Jan Vermeer (* 1632 † 1675) ist nur ein Oeuvre von 37 Werken erhalten, die z.B. in der Wikipedia mit Bild aufgelistet sind. Doch einige davon, wie das Mädchen mit dem Perlohrring, sind weltberühmt.

Bei einigen Szenen, die der Maler komponiert hat, fällt eine Licht- und Schattenwirkung, ein Farbverlauf auf, wie er auch auf modernen Photographien zu sehen ist, aber nicht dem entspricht, was man mit freiem Auge sehen würde. Beim Landschaftsbild „Ansicht von Delft“ zeigt detailgetreue Dachkonstruktionen entfernter Häuser, die man mit freiem Auge so nicht gesehen hätte. Seit den 1890er Jahren wird darüber diskutiert, ob Vermeer Hilfsmittel wie die Camera obscura benutzt hat.

Dieses Hilfsinstrument besteht aus einem Kasten, der an einer Seite ein kleines Loch aufweist, in dem seit dem Mittelalter oft eine Linse montiert wird. Auf die Rückseite des Kastens wird nun das gebüdelte Licht geworfen, so dass ein Abbild dessen entsteht, was man durch das Loch sehen könnte. Mit einem Spiegel konnte man dieses Abbild nun zum Beispiel auf eine Leinwand projizieren, wo es zwar nur schwach, aber doch sichtbar war und somit als Hilfe für Skizzen dienen konnte. So benutzte z.B. im 18. Jahrhundert Canaletto bei seinen Veduten die Camera obscura für exakte Zeichnungen, die als Vorlage für das spätere Bild dienen würden.

Aber wurde diese Technik auf im 17. Jahrhundert schon angewandt? Wie Vanity Fair etwas effekthascherisch berichtet, hat nun der Texaner Tim Jenison eine solche Camera obscura mit Spiegel in einer Weise nachgebaut, wie sie technisch zur Zeit Vermeers möglich gewesen wäre. Und zu Testzwecken hat er einen Raum mit großem Aufwand etwa so hergerichtet, wie er in Vermeers „Musikstunde“ dargestellt wird. Danach wollte er testen, ob er mit Hilfe der Camera ein Bild mit ähnlichen Qualitäten in Licht und Farbe — nicht von der künstlerischen Qualität her – zustandebringen würde. Die entsprechenden Bilder kann man bei Vanity Fair sehen. Man muss zugeben: Dafür, dass Jenison kein Maler ist, hat er mit Hilfe des Apparats ein passables Ergebnis geliefert. Keinen Beweis, aber einen starken Hinweis, dass Vermeer sich solcher Hilfsmittel bedient haben könnte.

Der Widerstand gegen die bloße Idee, dass Vermeer und andere Maler technische Hilfsmittel erfunden und benutzt haben, liegt wohl in einer Art von Übermenschen-Sicht, wie seit dem 19. Jahrhundert in der Kunstwelt Platz greift, und die technische Hilfe quasi als unfairen Trick ansieht. Eine Sicht der Dinge, die dem 17. Jahrhundert völlig fremd war: Damals waren Maler selbstverständlich Handwerker, bei denen man etwas bestellt hat und die dann mit ihrem Werkzeug und Können diese Bestellung zu erfüllen versuchten. Und nebenbei wissen wir etwa von Leonardo da Vinci, dass er z.B. ständig nach technischen Verbesserungen für die Malkunst geforscht hat, z.T. mit deaströsen Folgen für das Kunstwerk, wie die Episode rund um Leonardos Gemälde der Anghiarischlacht zeigt. Und sein Interesse an Neuerungen war, wie die technischen Fortschritte in der Malerei der Renaissance und des Barock zeigen, kein Einzelfall.

Wenn Vermeer also keine abnormen Augen gehabt hat, so spricht vieles dafür, dass er mit Spiegel und Camera bewaffnet gearbeitet hat, um noch glaubwürdigere Eindrücke erzeugen zu können.

Jan Vermeer: Der Soldat und das lächelnde Mädchen

Jan Vermeer: Der Soldat und das lächelnde Mädchen

Das QWERTZ-Handy: Ein Marketingproblem?

Wie Stammleser meines Blogs schon wissen, bin ich ein treuer Anhänger des Handys mit vollständiger Tastatur, über die ich in diversen Einträgen schon geschrieben habe. Doch der Markt ist praktisch leergeräumt: Es gibt, abgesehen vom Blackberry Q10 und Q5, nicht einmal mehr Mittelklasse-Smartphones mit QWERTZ-Tastatur. Woran liegt das? Dem ist Sean Hollister von „The Verge“ nachgegangen. Er ist selbst begeisterter Nutzer eines Smartphones mit ausschiebbarer Tastatur, das er als Mini-Laptop benutzt. Doch sein Handy zeigt deutliche Zeichen von Altersschwäche; Ersatz gibt es kaum.

Also befragt er Netzbetreiber und Hersteller, warum das so ist. Ein spannender Artikel, der auch einiges über die Dynamik des Markts verrät. Es liegt nämlich kaum an konkreten Konsumentenentscheidungen, mit der Ausnahme, dass die Wahl des Betriebssystems de facto bei den meisten Kunden höhere Priorität als die Tastatur genießt. Vielmehr ist es eine Marketingentscheidung: Konzentration auf ein Flaggschiff; alle anderen Modelle können dann als günstigere, abgespeckte Varianten zu diesem Gerät begriffen und beworben werden. Die Experten konzedieren aber: Würde ein Hersteller ein Flaggschiff-Gerät in einer Tastaturvariante herausbringen, würde es sich schon gut verkaufen.

Es ist aber momentan jedem zu riskant, diese Nische wieder zu besetzen: Samsung und Apple streichen den Löwenanteil der Gewinne ein, während die meisten anderen Hersteller in den roten Zahlen sind und daher ihre Ressourcen fokussieren müssen. Dass alle den gleichen Fokus wählen, ist dann ein anderes Problem.

(über OSNews)

Linktipp: „Der fliegende Entschleuniger“

Zeppelin NT  im Flug © J Rohrer

Zeppelin NT © J Rohrer

Linktipp: Ein großartiger Artikel in der FAZ über den Zeppelin NT, bei man gleichsam mit dem Luftschiff mitfliegt. Fliegen ist übrigens richtig, nicht fahren, denn der Zepplin NT ist schwerer als die ihn umgebende Luft und benötigt daher Motorenleistung, um zu steigen.

Und mitfliegen ist auch richtig, das kann man nämlich tatsächlich. Ab etwa 200 Euro ist man bei einem 30-Minuten-Flug mit insgesamt zwölf Passagieren dabei, die gemeinsam mit etwa 65 km/h unterwegs sind. Jetzt beginnt allerdings die Winterpause, die nächsten Flüge gibt es wieder ab 15. März 2014.

Es gab ja in der Vergangenheit mehrere Anläufe, die Idee der kommerziellen Nutzung von Luftschiffen wiederzubeleben, die de facto mit der Hindenburg-Katastrophe in Flammen unterging. Mit dem Zeppelin NT ist dies in der Form eines halbstarren Luftschiffs tatsächlich gelungen, während andere Projekte wie der Cargolifter oder auch das US-Militärprojekt des LEMV abgebrochen wurden. Mehr also in der FAZ zum „fliegenden Entschleuniger“.

Das erste Versuchsgleitboot kehrt zurück

Tolles Projekt: Das erste funktionierende Luftkissenboot der Welt, das 1915 von der der k.u.k. Marine getestete „Versuchsgleitboot“ des Korvettenkapitäns Dagobert Müller von Thomamühl, wurde nachgebaut und dieser Tage am Wörthersee präsentiert. Dahinter steht ein Team rund um Walter Krobath, der schon mit dem Nachbau des „Pischof Autoplan“ von 1910 Aufsehen erregte. Der Stapellauf soll dann 2014 erfolgen.

Krobath ist auch Herausgeber des Magazins „Visionaer“, das sich „Erfolgsstories, Beteiligungsmöglichkeiten und neuen Denkansätzen“ verschrieben hat. Dort findet man daher auch umfangreiche Informationen über das Projekt, wie einen Lebenslauf des Erfinders Müller von Thomamühl, dessen Schicksal die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts widerspiegelt.

Mehr über das Versuchsgleitboot aus Österreich-Ungarn, praktisch den Stammvater der modernen Hovercraft, kann man auch auf der Website doppeladler.com erfahren. Über Walter Krobath selbst, der eigentlich aus der Werbebranche kommt, kann man auch etwas beim Branchenmagazin Horizont lesen.